Andreas Beck wird das Theater Basel verlassen. Er wird neuer Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel, wie der Kunstminister Ludwig Spaenle am Dienstag mitgeteilt hat. «Beck wird seine Tätigkeit zur Spielzeit 2019/20 aufnehmen», sagt Spaenle.

Eigentlich läuft Becks Vertrag noch bis 2020. Wird er Basel trotzdem vorzeitig verlassen? Noch sei nichts entschieden, sagt VR-Präsident Samuel Holzach. Eine Findungskommission werde  Becks Nachfolge suchen und 2018 präsentieren. Denkbar, dass Beck seinen Vertrag in Basel erfüllen muss, eine andere Option wäre eine einjährige Interimslösung. Am einfachsten wäre es wohl, wenn für Basel bereits zur Saison 2019/20 eine neue Leitung gefunden würde - dann könnte Beck das Dreispartenhaus mit bestem Gewissen verlassen.

«Mit Andreas Beck übernimmt ein sehr erfahrener Theaterschaffender die Leitung des Bayerischen Staatsschauspiels, der sich an renommierten Häusern im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht hat und zuletzt sehr erfolgreich das Theater Basel geleitet hat. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm», teilte der bayrische Kunstminister Spaenle mit. 

Das Bayerische Staatsschauspiel hat insgesamt drei Spielstätten: das Residenz-, das Cuvilliéstheater und den Marstall. Es beschäftigt rund 450 Menschen. Der Spielplan umfasst ein Repertoire von knapp 50 verschiedenen klassischen und zeitgenössischen Produktionen, die von 230'000 Zuschauern pro Saison besucht werden.

Beck: «Eine grosse Ehre»

Für Beck ist es eine Art Heimkehr, hat er doch in München studiert und war später Dramaturg am Residenztheater. An der Pressekonferenz sagte er: «Heute habe ich nach 20 Jahren das Bayerische Staatsschauspiel wieder durch den Künstlereingang betreten. Demnächst wieder an das Residenztheater zurückzukehren, ist mir eine grosse Ehre. Dieses Theater, so reich an Traditionen, konsequent zeitgenössisch zu denken und zu bespielen, als ein Haus der Literatur, gemeinsam mit einem unvergleichlichen Ensemble, das wird meine Aufgabe sein. Ich freue mich sehr darauf.»

Als Leiter des Bayerischen Staatsschauspiels wird Andreas Beck auf Martin Kušej folgen, der zur Spielzeit 2019/20 ans Wiener Burgtheater wechseln wird. Auch Beck war im Sommer in der engeren Auswahl bei der Nachfolge um das österreichische Bundestheater, nun beerbt er also Kušej in München.

Dass Beck seinen Vertrag in Basel nicht verlängern wird, wurde in beiden Basel mit Bedauern aufgenommen. Er hat insbesondere der Sparte Schauspiel zu neuem Glanz verholfen, was sich auch in steigenden Besucherzahlen ausdrückt.

Vergangene Woche erst sagte Beck im Interview mit der bz: «Ich habe gemerkt, dass ich verführbar bin.»