Kulturpreis
«Das Geld ist für die Familie»

Den mit 5000 Franken dotierten Preis der Stadt Dietikon erhielt Hanspeter Müller-Drossaart im Cinema Capitol. Das Geld weiss er schon jetzt krisensicher zu investieren, sagte der Star aus Filmen wie «Grounding» und «Cannabis».

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Limmattaler Zeitung

Pascal Münger

Zum 5. Mal wurde am Wochenende der Preis für eine aussergewöhnliche kulturelle oder sportliche Leistung der Stadt Dietikon vergeben. «Es freut mich sehr, den Preis in diesem Jahr an Hans-Peter Müller-Drossaart zu vergeben», meint Stadtpräsident Otto Müller bei der Übergabe. «Er ist ein wunderbarer Schauspieler und ein liebenswürdiger Einwohner der Stadt.»

Die Verleihung fand im Cinema Capitol statt. Im Anschluss daran wurde der Film «Cannabis» gezeigt, in dem Müller-Drossaart den konservativen Bundesrat Alois Mumentaler spielt, der nach der Diagnose «Grüner Star» mit dem Kiffen beginnt.

Verbissenheit und nervöse Zartheit

Der Streifen veranschaulichte noch einmal, was Laudator Volker Hesse, Leiter der Tellspiele in Altdorf (UR) und langjähriger Freund Müller-Drossaarts, zuvor über den Geehrten sagte: «Seine Persönlichkeit prägt seine Filme.» Man könne praktisch aus dem gesamten Schaffenswerk des 54-Jährigen zitieren, man finde durchgehend eine beeindruckende und konstante Leistung auf höchstem Niveau. «Er gibt der autoritären Persönlichkeit Alois Mumentaler oder der realen Figur Mario Corti im Film «Grounding» einen spannenden ambivalenten Charakter», meint Volker Hesse. Es sei diese Verbissenheit, kombiniert mit einer nervösen Zartheit, die nur Müller-Drossaart seinen Figuren verleihen könne.

«Der Preis ist etwas Besonderes»

Als er den Preis von Stadtpräsident Otto Müller überreicht bekam, verlor Müller-Drossaart nicht viel Worte. Er dankte seiner Familie und der Stadt Dietikon für die Auszeichnung und fügte dann hinzu: «Billy Wilder, der amerikanische Regisseur, sagte einmal: Seine Putzfrau beschwere sich, weil sie so viele Oscars abzustauben habe. Den Kulturpreis der Stadt Dietikon bekommt man nur einmal, deswegen ist er für mich etwas ganz Besonderes.» Und auch was er mit dem Preisgeld von 5000 Franken macht, weiss der Schauspieler bereits: «Nach Absprache mit meiner Frau, werde ich das Geld krisensicher investieren. Nämlich in meine Familie.»

Der Anlass kam ohne grosse Emotionen aus - weder bei den Rednern, noch beim Geehrten. Man würdigte einen, der sich seiner Leistungen zu Recht bereits genauso bewusst ist, wie das Publikum. Am Schluss war dann auch nicht die Freude an der Auszeichnung das Hauptthema, sondern die Tatsache, dass man von Hanspeter Müller-Drossaart auch weiterhin spannende Projekte erwarten darf. Volker Hesse: «Hanspeter Müller-Drossaart ist im Inneren ein Intellektueller. Belesen, klug und wichtig für die Schweizer Kulturlandschaft. Dieser Preis soll ihn ermuntern, sein Können auch in Zukunft voll und ganz auszuschöpfen.»