Delnon hatte 2008 seinen Vertrag in Basel bis 2016 verlängert. Seine aktuelle Wirkungsstätte verlässt er nun ein Jahr früher als geplant mit dem Segen des Verwaltungsrats der Theatergenossenschaft Basel. Dessen Präsident Martin Batzer zeigte sich am Dienstag vor den Medien überzeugt, dass sich Delnon bis zur letzten Minute in Basel mit «Kreativität, Intelligenz und Energie» engagieren wird.

Delnon, der 2006 von Mainz nach Basel gekommen war, wurde schon seit längerem als möglicher Nachfolger von Simone Young gehandelt, welche die Hamburgische Staatsoper seit 2005 leitet. Seinen neuen Posten tritt der Schweizer Theatermann am 1. August 2015 an. Neuer Generalmusikdirektor neben ihm wird Kent Nagano, gegenwärtig noch musikalischer Chef der Bayerischen Staatsoper.

Die Hamburgische Staatsoper zählt zu den weltweit führenden Opernhäusern. Er freue sich sehr über diese neue Herausforderung, liess sich Delnon am Dienstag aus Hamburg zu seiner Berufung zitieren. Für ihn gehöre Hamburg zu den spannendsten Grossstädten Europas. Entsprechend solle die Oper «eine der aufregenderen und interessanteren des Kontinents» sein.

Findungskommission sucht Nachfolger

Für die Neubesetzung des Direktorenpostens in Basel wird eine Findungskommission eingesetzt. Geleitet wird das Gremium von Rudolf Grüninger, dem Vizepräsidenten des Verwaltungsrats. Neben weiteren Mitgliedern des Verwaltungsrats und den Kulturbeauftragen beider Basel sollen in der Kommission auch drei Experten Einsitz nehmen.

Die neue Leitung des grössten Schweizer Dreispartenhauses soll spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2014 bestimmt sein, wie es an der Medienkonferenz weiter hiess. Der Verwaltungsratspräsident geht davon aus, dass in der Direktion des Theaters bis zum Abgang Delnons Kontinuität herrscht. Delnon hatte letztes Jahr in Basel auch die Leitung der Sparte Oper übernommen.

Die Leitung des Theaters Basel hatte der 1958 in Zürich geborene und Bern aufgewachsene Delnon in der Spielzeit 2006/2007 als Nachfolger von Michael Schindhelm übernommen. Das Dreispartenhaus konnte seither die Besucherzahlen und die Auslastung steigern. Zwei Mal hintereinander erhielt das Theater Basel unter Delnon die Auszeichnung «Opernhaus des Jahres» der Zeitschrift «Opernwelt».

Jüngerer Verwaltungsrat

Zu einem Wechsel kommt es nicht nur in der Direktion, sondern auch an der Spitze des Verwaltungsrats des Theaters. Martin Batzer, der das Gremium seit 2006 leitet, tritt per Ende Juli 2013 zurück. Gleichzeitig soll der Verwaltungsrat verjüngt werden, indem fünf bis sechs von neun Mitgliedern durch neue Kräfte ersetzt werden.

Auf diesem Weg soll laut Batzer sichergestellt werden, dass der Verwaltungsrat in seiner künftigen Zusammensetzung über die neue Direktion mitentscheiden und sich auch an den Verhandlungen über die neue Subventionsperiode beteiligen kann. Diese beginnt mit der Saison 2015/2016.

Zu den künftigen Subventionen für das Theater Basel konnte Philippe Bischof, Leiter der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, am Dienstag noch keine Angaben machen. Es gebe jedoch keine Signale für eine Veränderung. Basel-Stadt hatte seinen Beitrag letztes Jahr erhöht. Der Baselbieter Souverän lehnte eine Subventionserhöhung dagegen ab.