Jeder Mensch braucht einen Schutzengel. Eine höhere Macht, die über die Erdbewohner wacht und dafür sorgt, dass ihr Leben nicht aus den Fugen gerät. Ohne diese Schutzengel sind die Menschen aufgeschmissen und kriegen nichts mehr auf die Reihe. Genau so geht es auch Studentin Laura in der neuen Komödie «Eimool nid uffbasst!» im Häbse-Theater Basel.

Laura, gespielt von Nicole Loretan, erwartet nämlich unerwartet Besuch von ihrer verwitweten, sehr konservativen Mutter Philomena. Dieser hat Laura ihren Freund Robbie, der mit ihr zusammen wohnt, als gut verdienenden Juristen verkauft, obwohl er eigentlich als Velokurier und DJ arbeitet. Als Robbie sich weigert, der Mutter etwas vorzugaukeln, das er nicht ist, gibt es eine heftige Auseinandersetzung. Laura ist verzweifelt. Die ganze Misere bloss, weil ihr Schutzengel Angelo, verkörpert von Hansjörg Häbse, einmal nicht aufgepasst hat.

Um das Chaos wieder in Ordnung zu bringen, wird Angelo von seinem Chefengel Gabriel auf die Erde geschickt, wo er sich als Mensch ausgeben und auf Laura aufpassen soll.

Doch anstatt die Geschichte wieder geradezubiegen, richtet Angelo nur noch mehr Durcheinander an. Um Laura zu helfen, gibt er sich als ihren Liebhaber aus, was wiederum zu heftigen Eifersuchtsattacken deren wirklichen Freundes führt. Aus Angst vor «Eierschneider»-Robbie, erzählt Angelo ihm, er sei der Lover von Lauras Mutter, was seinerseits für Aufruhr und Verwirrung bei Laura sorgt.

Als plötzlich auch noch Chefengel Gabriel in Menschengestalt auf der Bildfläche erscheint, ist das Chaos komplett. Eine Verwechslung folgt der nächsten, und so weiss am Ende keiner mehr ganz genau, wen er eigentlich vor sich hat. Aufgelöst wird das Durcheinander erst, als sich Laura und die beiden Engel alle drei unter der Bettdecke verstecken, bis sie von Robbie und Mutter Philomena entdeckt werden.

Gelungene Premiere

Bis zum 31. Dezember wird die neue Dialektkomödie «Eimool nid uffbasst!» im Häbse-Theater aufgeführt. Bereits an der Premiere am Dienstag war der Theatersaal prall gefüllt und alle Club-Tischchen besetzt.

Der rappende Häbse

Auch nach mehr als 25 Jahren sind dem Häbse-Theater noch nicht die Sprüche ausgegangen. Mit viel Charme, Dialogwitz und Situationskomik begeisterten neben Nicole Loretan und Hansjörg Häbse auch Susi von Lindenau-Huber als Mutter, Dani von Wattenwyl als Eierschneider-DJ-und-Velokurier Robbie und Maik van Epple als Engel Gabriel. Mit seiner einzigartigen Gestik und Mimik weiss Hersberger auf ein Neues, sowohl Alt wie auch Jung zu unterhalten. Dieses Mal zeigt er sein Können jedoch nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Rapper, der mit cooler Mütze und grosser Sonnenbrille auf der Bühne steht. Während des gesamten Schauspiels wird das Publikum immer wieder in das Stück einbezogen.

Es wird gelacht, geklatscht, gepfiffen und am Ende der Premiere gibt es sogar vereinzelt Standing Ovations. Ein gelungener Start in die neue Saison.