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Hunkeler ermittelt im Gundeli

Räuber und Polizist: Die Bruderholzstrasse ist Schauplatz einer actionreichen Verfolgungs-Szene im neuen «Hunkeler»-Film.

Hunkeler ermittelt im Gundeli

Räuber und Polizist: Die Bruderholzstrasse ist Schauplatz einer actionreichen Verfolgungs-Szene im neuen «Hunkeler»-Film.

Das Schweizer Fernsehen dreht in Basel den neuen «Hunkeler»-Krimi. Schaulustige konnten Action-Luft schnuppern.

Marc Schaffner

«Stooh bliibe! Eifach stooh bliibe! Mach kei Seich!» schreit ein Polizist in Zivil, die Pistole auf einen Geschäftsmann gerichtet, der zuvor durchs Gundeli gehastet ist. «Uf e Bode!» schreit der Polizist, dann schlägt ihm der Geschäftsmann die Pistole aus der Hand. Die beiden stürzen sich kämpfend aufeinander. Im Hintergrund rennen zwei Passanten erschreckt davon. «Dankschön!» ruft der Mann im Stuhl, der mit «Regisseur» angeschrieben ist. Die beiden Schauspieler lösen sich voneinander, zupfen sich die Kleider zurecht. Auch die Passanten kehren zurück und sehen nicht mehr so erschreckt aus.

Begehrte «Raketen-Glaces»

Perspektivenwechsel zur Totalen: An der Ecke Hochstrasse/ Bruderholzstrasse und inmitten eines Geästs aus Mikrofonstangen und Kamera-Kränen stehen oder sitzen rund 30 Filmcrew-Mitglieder. Hatten vorher alle gebannt die Filmszene mitverfolgt, so atmen sie jetzt auf. Drehpause: Ein Helfer verteilt «Raketen-Glaces», der Polizist in Zivil spannt den Sonnenschirm auf, die Maskenbildnerin lässt die Beine baumeln. Unter die Ton- und Beleuchtungstechniker hat sich eine Passantin – diesmal eine echte – gemischt. Sie will wissen, was hier los ist. «Film», lautet die einsilbige Antwort des bärtigen Technikers.

Sechs Schauspieler, 33 Crewmitglieder und eine Handvoll Statisten wirken am Film «Silberkiesel – Hunkeler tritt ab» nach dem Roman von Hansjörg Schneider mit. Es ist die vierte Produktion des Schweizer Fernsehens in dieser Reihe. Hunkeler hat es mit Diamantenschmugglern zu tun und muss das Amt an seinen Rivalen Madörin abgeben. Mathias Gnädinger, der den Kommissär spielt, hat sich in den Schatten zurückgezogen und gibt ein Interview.

Viel Mühe für eine Minute Film

Doch schon ist die Drehpause vorbei, die Szene muss noch einmal gefilmt werden. Es sollte nicht das letzte Mal sein: Mal stimmt der Aufnahmewinkel nicht, mal verhaspelt sich der Polizist in seiner Jacke, mal läuft ein Schaulustiger ins Bild. Jedes Mal trommelt die Aufnahmeleiterin in der gelben Signalweste alle zusammen. Scheinwerfer werden verstellt, die Tontechnikerin dreht an Knöpfen, der Kameramann bringt sich in Position, jeder weiss, was zu tun ist.

«Ton ab – Ruhe bitte – läuft!» ruft die Frau in der gelben Weste, und alles ist wieder mucksmäuschenstill. Eines wird beim längeren Zuschauen auf dem Set klar: Film bedeutet nicht nur Action, sondern auch langwierige Sisyphusarbeit. Erst recht bei 27 Grad zwischen den Wärme abstrahlenden Häuserschluchten. Kein Wunder, ist der Glace-Mann genauso wichtig wie die anderen Crewmitglieder.

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