Messezentrum
Messeneubau sorgt für Unruhe

Das optimierte Projekt «Messezentrum Basel 2012» wird zwar erst heute vorgestellt. Dennoch sorgt es bereits für erhitzte Gemüter.

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Joe Cocker

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Der Präsident der Avo Session Basel, Matthias Müller, ist sauer. Und zwar nicht auf einen Weltstar mit vielen Extrawünschen, sondern schlicht und einfach auf die MCH Group (ehemals Messe Schweiz), Besitzerin des Festsaals, in dem das Festival seit 1987 stattfindet.

Grund dafür ist das aus Kostengründen optimierte Projekt «Messezentrum Basel 2012», das auch die neue Eventhalle beinhaltet und heute den Medien präsentiert wird. In der überarbeiteten und verkleinerten Version der Eventhalle sind laut Müller vor allem zwei Änderungen «absolut katastrophal»: Zum einen die Streichung des Untergeschosses, zum anderen der Verzicht auf das «Saal-im-Saal-Konzept.»

«Das widerspricht allen schriftlichen Vereinbarungen», zeigt sich Müller enttäuscht. Mit dem «Saal-im-Saal-Konzept» hätte eine Art Innenhaut in den Rohbau der Eventhalle integriert werden sollen. Somit wäre diese Halle durch flexible Schiebewände unterteilt und für Veranstalter besser nutzbar gewesen. Dass zudem das Untergeschoss ersatzlos wegfalle, sei inakzeptabel. Dort hätte die Avo Session unter anderem den Backstage-Bereich, Büros und Medienarbeitsplätze unterbringen wollen.

«Reine Messehalle»

«Genau diese beiden Punkte überzeugten uns damals und machten uns dann zu Befürwortern der Vorlage», erklärt Müller. In der Abstimmungsbroschüre des Kantons sei explizit erwähnt worden, dass die Avo Session Basel den Neubau der Messe unterstütze. Nun sollen diese beiden Punkte nach gewonnener Volksabstimmung nachträglich wegfallen. Das neue Konzept sei eine «reine Messehalle» und keine Eventhalle mehr.

Müller kritisiert auch, dass die Messe Schweiz, laut neuem Plan, Mega-Stars in provisorischen Containern unterbringen wolle, die an eine Schwimmbad-Garderobe erinnern würden. «Wie kann so ein Elton John noch mit guter Laune auf die Bühne gehen?» fragt er sich.

Die Messe Schweiz habe eine millionenschwere Fehlplanung gemacht und die Veranstalter müssten es ausbaden, meint der Präsident der Avo Session. Sie habe Wortbruch begangen, nicht nur gegenüber der Avo Session, sondern auch gegenüber dem Stimmvolk der beiden Basel.

Viel Kritik von Müller einstecken muss der Messe-Verwaltungsratspräsident und ehemalige Basler Regierungsrat Ueli Vischer. «Wie kann ein Ex-Regierungsrat und Jurist eine schriftliche Zusage machen und sich nicht daran halten?» empört sich Matthias Müller. Über die neuen Pläne sei er erst vor drei Wochen informiert worden. Vischer habe ihm einfach die fixfertige Lösung präsentiert, Gespräche vorher hätten nicht stattgefunden.

Ansonsten mehr Anlässe in Zürich

Ueli Vischer war gestern in seiner Kanzlei für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Nach mehrmaliger Anfrage der bz hiess es schliesslich, dass er erst heute wieder in der Kanzlei sei. Dass Müller diese Differenzen kurz vor der heutigen Medienkonferenz der Messe Schweiz publik macht, ist kein Zufall. «Die Medien sollen wissen, was Sache ist und die Messe Schweiz darauf ansprechen können.» Es sei ihm bewusst, dass Vischer mit dieser Sache eine harte Pille schlucken müsse. Ihm gehe es aber darum, dass Versprechen eingehalten werden. Denn: «Mein Basler Herz würde bluten, wenn die Avo Session nicht mehr hier stattfinden könnte. Doch dazu müssen die Rahmenbedingungen gewährleistet sein.» Ansonsten würden noch mehr Anlässe in Zürich durchgeführt.

Auch der Mediensprecher der Messe Schweiz, Christian Jecker, wollte sich gestern gegenüber der bz nicht zu Müllers Vorwürfen äussern. «Wir möchten dazu keine Stellung nehmen», betonte er und verwies darauf, dass das optimierte «Messezentrum Basel 2012» heute den Medien vorgestellt werde.