Theater Basel

Subventionsvertrag erst im März

Theaterdirektor Georges Delnon, VR-Vizepräsident Georges Grüninger und Verwaltungsdirektorin Danièle Gross an der Generalversammlung.Andreas Frossard

GV Theater Basel

Theaterdirektor Georges Delnon, VR-Vizepräsident Georges Grüninger und Verwaltungsdirektorin Danièle Gross an der Generalversammlung.Andreas Frossard

Die Genossenschafter sind mehr als zufrieden mit ihrem Theater Basel. Das zeigte die Generalversammlung. Gespannt warten alle auf die Politik, das heisst: auf den neuen Subventionsvertrag.

Christian Fluri

«Wir erwarten den Regierungsratsbeschluss zum neuen Subventionsvertrag im März». Er kommt also noch einen Monat später. Wer das den Genossenschaftern an der Generalversammlung im Theater Basel mitteilte, war nicht Verwaltungsratspräsident Martin Ch. Batzer, sondern Vizepräsident Rudolf Grüninger. Batzer musste sich kurzfristig entschuldigen. Der Novartis-Manager wurde nach der Neuordnung der Geschäftsleitung des Konzerns zu einer Sitzung beordert.

Der neue Subventionsvertrag für die vier Saisons vom Sommer 2011 bis 2015 steckt noch in den Detailberatungen. Der Vertrag zwischen Theater und Stiftung Basler Orchester über die Zusammenarbeit für die gleiche Zeit ist inzwischen unter Dach. Nun sind wieder die für die Kultur verantwortlichen Departemente in beiden Basel am Zug. Die Eckwerte selbst sind bekannt. Baselland will seine Subvention verdoppeln. Heute bezahlt Baselland jährlich vier Millionen Franken. Im ersten Jahr soll der Betrag um drei, im zweiten um vier und im dritten sowie vierten um fünf Millionen erhöht werden. Basel-Stadt will seine Subventionen auf dem heutigen Stand belassen.

Hoffen auf breite Unterstützung

Grüninger sowie Verwaltungsrätin Beatrice Geier, die Baselbieterin, die die Theaterlobby «Unser Theater» vertritt, baten die Genossenschafter um tatkräftige Unterstützung im politischen Kampf. Gerade im Baselbiet wird eine Volksabstimmung über die Vorlage erwartet. «Das Theater Basel braucht das Geld dringend, soll es weiterhin auf bisherigem hohen Niveau Theater in drei Sparten produzieren.» Grüninger unterstrich die Bedeutung des Theaters mit internationalem Renommee für die Region Basel, ebenso die steigende Beliebtheit des Hauses bei der Bevölkerung. Er formulierte seinen Appell so, wie er die ganze Versammlung leitete, ganz baslerisch, mit humorvollen Einsprengseln und auch mit kleineren Versprechern, die wir der Nervosität zuschreiben.
Zu reden gab, dass der neue Subventionsvertrag noch keine gemeinsame Trägerschaft Basel-Stadt-Baselland vorsieht. Der Baselbieter Kulturbeauftragte Niggi Ullrich meinte: «Wir stehen beim Theater am Anfang der Partnerschaft». Für eine gemeinsame Trägerschaft brauche es Zeit. «Bei der Universität dauerte es bis zur gemeinsamen Trägerschaft ganze 25 Jahre.»

Wie immer liessen Theaterdirektor Georges Delnon und die Spartenleiter Dietmar Schwarz (Oper), Elias Perrig (Schauspiel) und Richard Wherlock (Ballett) die «erfolgreiche Spielzeit» Revue passieren. Delnon, Schwarz, aber auch Grüninger dankten der technischen Abteilung für die grossartige Arbeit, die hinter der Bühne geleistet wird. «Opernhaus des Jahres» sei eine Auszeichnung für das ganze Dreispartenhaus inklusive Technik, betonte Schwarz. Er freut sich auf das folgende, echt spartenübergreifende Musiktheaterprojekt, die Uraufführung von Beat Furrers «Wüstenbuch» in der Regie von Christoph Marthaler. Das Theater geht damit ab 15. März ins Musical Theater Basel, dessen Innenleben für «Wüstenbuch» umgestaltet wird.

Wherlocks Energie und Pläne

Ballettchef Wherlock meinte verschmitzt, er sei in den zehn Jahren in Basel zwar älter geworden, seine Energie und Freude an der Leistung seiner Compagnie werde dafür täglich grösser. Wir hörten die Botschaft: Wherlock wird weiter in Basel bleiben.
Es herrschte allgemeine Zufriedenheit unter den 207 anwesenden Genossenschaftern (19%). Das Plus an Zuschauern und Einnahmen - vor allem in der Oper - trug das seine dazu bei. Die allgemeinen Geschäfte mit der guten Rechnung - kleiner Verlust von 157000 Franken - wurden allesamt einstimmig durchgewunken. Auch schöne Kunst erfreute die Genossenschafter, vor allem kurze Sequenzen aus Carmen und der schöne Gesang der «OperAvenir»-Mitglieder Solenn' Lavanant-Linke, Calos Osuna und Eugene Chan.

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