Claudia Landolt

Mit dabei sind Georgien, Ukraine, Türkei, Israel, Irland, Zypern, Aserbeidschan, Rumänien und Armenien. Der gemeinsame Nenner dieser Finalisten ist leicht zu finden: Balladen, in der Regel vorgetragen von meist tollen Stimmen, sehr schönen und sehr jungen Frauen, deren Anblick das Auge betört - mit ellenlangen Beinen, prinzessinnengleichem Haar und glutäugigen Gesichtern.

Perfekte Lichtshow

Der Schweizer Beitrag war der schlechteste nicht. «Il pleut de l'or» wirkte live weniger fad, und Michael von der Heides goldener Frack harmonierte perfekt mit der Lichtshow, bei der es tatsächlich Gold regnete. Im Gegensatz zu manchen Konkurrenten verfehlte der 38-jährige Amdener auch keinen einzigen Ton.

Nein, es gab weit peinlichere Auftritte: Litauens Band Inculto etwa fiel primär durch einen schrägen Klamotten-Klamauk auf. Die Kroatinnen Feminnem zeigten Bein statt Stimme und tanzten barfuss über die Bühne, wie es die «Sex and the city»-Protagonistinnen nicht besser hätten tun können.

Die schwarze Serie der Schweiz geht also weiter, und es gibt keine Wiederauferstehung der einstigen helvetischen Grand-Prix-Tugenden. Selbst sein Glücksbringer, die Eurovisions-Medaille, die Paola Felix vor über 40 Jahren als Viertplatzierte erhielt und von der Heide für Oslo mitgab, half nichts. Woran es lag? Die Konkurrenz war zu gross, der Abstimmungs-Modus sprach gegen einen Schweizer Triumph, und die osteuropäischen Länder schoben sich wie immer untereinander die Punkte zu.