Carron lebt nach Jahren in Lausanne, Genf und Paris wieder im Wallis. Ihn verbinde eine Hassliebe mit Martigny, sagte er gegenüber der "Berner Zeitung" vom Montag. Er lebe dort beständig in der Angst, etwas zu verpassen. Carrons wichtigste Inspirationsquelle ist seine Heimat, der Kanton Wallis, genauer mit Fully, wo er wohnt. Das kulturelle Erbe des Wallis ist, so schreibt Pro Helvetia, massgeblich vom Tourismus geprägt. Carron, so Pro Helvetia, deutete die vertraute Bildwelt der Region neu, sodass sie ambivalent und
befremdend wirkt.

«Aber gleichzeitig glaube ich an den Tsunamieffekt. Es gibt Epizentren wie New York, London oder meinetwegen Zürich. Mich interessieren hingegen jene Orte, an denen die Welle zurückfällt. Und in Martigny hat die Welle mehrmals aufgeschlagen», erklärte der 36-Jährige, der als Shootingstar der Gegenwartskunst gilt. Mien DOrf erschient mir fast wie eine mIniatruausgabe der abendländischen Welt, erklärte er schon 2006 der Sendung «kulturplatz» von SRF.

Der Walliser Künstler Carron vertritt die Schweiz an der Kunstbiennale in Venedig.

Valentin Carron

Der Walliser Künstler Carron vertritt die Schweiz an der Kunstbiennale in Venedig.

In Venedig will er ein minimalistischeres Konzept präsentieren als Thomas Hirschhorn im Vorjahr. Eine Schlange aus Bronze soll die Besucher empfangen, wie er sagte. In einem der Säle wird demnach eine ganze Wand mit zerquetschten Tubas zu sehen sein.

Sein Name wird in Paris, New York und London in Grossbuchstaben geschrieben. Er ist der aufstrebende Star der Schweizer Kunst. Geheimnisvoll, eigenwillig, unübersehbar. Vor zwei Jahren verblüffte er die Kunstwelt mit der im Pariser Palais de Tokyo ausgestellten Kunstharz-Replik einer Walliser Weinlaube.

Exhibition View 2009 Gesehen bei artnet.com

Werk von Valentin Carron

Exhibition View 2009 Gesehen bei artnet.com

Valentin Carron (geb. 1977 in Martigny, Schweiz) ist einer der überzeugendsten Schweizer Künstler seiner Generation. Er schloss 2000 seine Ausblidung an der renommierten Ecal in Lausanne ab. In Zürich vertritt ihn die Top-Galeristin Eva Presenuber. Sie verschaffte ihm 2006 auch eine Einladung an die Art Basel Miami, dem schillernden Mekka für vermögende Kunstliebhaber, die fabulöse Summen bezahlen. Dort war er noch wenig bekannt und zeigte er sein schlichtes braunes Kreuz aus Fiberglas.

2012 war er im Aargauer Kunsthaus in der Ausstellung «La jeunesse est un art», eine Überblicksausstellung junger Schweizer Künstler. (sda/cls)