Persönlich
Der Kater nach dem Lesen

Rebekka Balzarini
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Kennen Sie dieses Gefühl der Leere, wenn Sie mit einem Buch fertig sind? (Symbolbild)

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere, wenn Sie mit einem Buch fertig sind? (Symbolbild)

Keystone

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere, wenn Sie mit einem Buch fertig sind? Die Melancholie, die ein bisschen an Heimweh erinnert, wenn Sie die letzte Seite umgeblättert haben. Und haben Sie es schon erlebt, dass Sie die Figuren und ihre Geschichten noch tagelang mit sich rumtragen, obwohl das Buch schon lange wieder im Regal steht?

So etwas nennt man einen «Book-Hangover». Das hat mir eine Freundin und Literaturwissenschaftlerin diese Woche erklärt. Genau sie ist auch daran Schuld, dass ich regelmässig unter diesem Gefühl leide. In diesem Jahr vielleicht sogar etwas mehr als sonst.

«Never let me go» von Kazuo Ishiguro hat das kürzlich in mir ausgelöst, und «Frau im Dunkeln» von Elena Ferrante. Es gibt auch Bücher, die mich immer wieder in besagte Stimmung versetzen, obwohl ich sie schon mehrmals gelesen habe. Fast alle Kurzgeschichten von Alice Munro schaffen das etwa, oder «East of Eden» von John Steinbeck.

Von der Leere danach will ich mich trotzdem nicht abschrecken lassen. In die Magie von Geschichten einzutauchen, ist ein wundervolles Gefühl. Auch wenn ich danach einige Minuten sprachlos auf dem Sofa sitze, weil sie mich überwältigt haben.