Kino

Auf «Finding Nemo» folgt «Finding Dory» – Verloren in der Flut der Animationen

Finding Dory Trailer Official | Disney 2016

Finding Dory Trailer Official | Disney 2016

Animationsfilme erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Zurzeit startet jede Woche einer in den Schweizer Kinos – heute zum Beispiel «Finding Dory». Ist das zu viel des Guten?

Es begann vor zwanzig Jahren: «Toy Story» von Pixar war der erste computeranimierte Trickfilm, der die Massen begeisterte. Seither avancierte dieses Genre zur weltweiten Erfolgsgeschichte. Filme wie «Ice Age», «Shrek» oder «Madagascar» fanden zahlreiche Fortsetzun- gen und Nachahmer, in den USA schossen spezialisierte Produktionshäuser wie Pilze aus dem Boden. Vorläufige Bilanz: Unter den fünfzig erfolgreichsten Filmen aller Zeiten findet man nicht weniger als elf Animationsfilme.

Das Genre boomt

Dass dieses Genre boomt, merkt man auch als Schweizer Kinozuschauer. Während früher alle ein bis zwei Monate ein Animationsfilm startete, läuft in diesem Herbst praktisch jede Woche einer an. Entsprechend besteht die Gefahr, dass dieses Überangebot zu Kannibalisierung führt.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Der Marktanteil von Animationsfilmen ist in der Schweiz zwar stetig gestiegen. Die einzelnen Werke haben es heute jedoch schwieriger, ein Spitzenresultat an der Kinokasse zu erzielen. Während «Ice Age 2» (2006) und «Ice Age 3» (2009) je über eine Million Zuschauer in der Schweiz ins Kino lockten, waren es diesen Sommer bei «Ice Age: Collision Course» noch vergleichsweise bescheidene 290 000.

Altbekannte Themen

Die Gründe liegen auf der Hand: Einerseits verteilen sich heute die Besucher auf viel mehr Filme. Andererseits drehen sich fast alle Werke um dasselbe Thema: Familie. Das hat man als Zuschauer irgendwann begriffen, und man möchte auch mal neue Ansätze sehen. Ein Blick auf die jetzt anlaufenden Werke zeigt, dass diesbezüglich Hoffnung besteht.

«Finding Dory» wärmt zwar noch einmal das altbekannte Familienthema auf und spricht Nostalgiefans an, die eine Fortsetzung des Riesenhits «Finding Nemo» (2003) lieben werden. Es gibt aber auch Alternativen: «La tortue rouge», eine europäisch-japanische Koproduktion, erzählt ohne Worte von einem Schiffbrüchigen und holt damit anspruchsvolle Existenzialisten ab. Und dann ist da noch «Sausage Party», ein Film mit obszön daherredenden Lebensmitteln, der ein jugendliches Partypublikum begeistern dürfte.

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