Solothurner Filmtage

Fernsehlieblinge ausgezeichnet – Mike Müller grüsste aus Kalifornien

Zum 11. Mal wurde am Sonntag der Schweizer Fernsehfilmpreis im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen. Die Ausgezeichneten sind: Noémie Schmidt, Liliane Amuat, Pasquale Aleardi und Mike Müller.

Sonntagabend, 17 Uhr gab es vor der der Premiere des Films «Lotto» von Micha Lewinsky in der vollbesetzten Reithalle für das Filmtage-Publikum noch einen besonderen Leckerbissen zu geniessen. Zum elften Mal wurde der Schweizer Fernsehfilmpreis im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen. Im Gegensatz zu anderen Filmpreisen, sind es hier nur gerade vier Kategorien, die ausgezeichnet werden: Preis für die beste Rolle, Preis für den besten Nebendarsteller, für den besten Hauptdarsteller und Preis der Jury.

Filmtagedirektorin Seraina Rohrer begrüsste und übergab das Wort an den Moderator des Abends, Schauspieler Leonardo Nigro. Er selbst ist zweimaliger Preisträger des Fernsehfilmpreises (für seine Rolle in «Oro Verde» und in «Tod in der Lochmatt»), doch so meinte er: «Das Geld ist schon lange weg». Der Fernsehfilmpreis ist mit je 10'000 Franken dotiert, verliehen von Swiss Perform, der Schweizerischen Gesellschaft für Leistungsschutzrechte.

Nigro meinte, auch wenn man es ihm nicht ansehe, er esse gut und gerne und so sei sein Einsitz in der diesjährigen Jury - zusammen mit Valerie Fischer (Filmproduzentin) und Seraina Rohrer (Filmtagedirektorin) – wie das Sattessen an einem grossen Buffet gewesen. «Es war wie immer, bei einem Buffet. Manches gefällt einem, manches nicht. Doch ich bin satt geworden und erst noch ohne Kohlehydrate».

Das Publikum übernimmt

Da der Überraschungseffekt für die Gewinner nicht vorhanden sei – sie wurden alle schon im Vorfeld informiert – habe er sich was ganz Spezielles, sozusagen eine Solothurner Premiere für den Abend ausgedacht, leitete Nigro in den Verleihungsreigen ein. «Ich künde den Preisträger nur mit dem Vornamen an, wenn er auf die Bühne kommt. Und sie, das Publikum setzt laut und deutlich den Nachnamen hinzu.» Um das Publikum auch gleich einem Test zu unterziehen, rief Nigro: «Donald!», und das Publikum gab als Antwort: «Duck!» Er habe eigentlich nicht an eine Comicfigur gedacht, so Nigro. «Also nochmals: Donald!» – «Trump».

Na also! Für seine Rolle in einer Serie bekam Mike Müller einen Schweizer Fernsehfilmpreis. Laut Laudatio wurde ihm der Preis für seine konstant hohe Leistung in «Der Bestatter» zugesprochen. Leider konnte Müller nicht persönlich anwesend sein. So bedankte er sich für den Preis via selbstgedrehten Videofilm aus Kalifornien, wo er derzeit auf den Spuren Hollywoods unterwegs sei, wie er schilderte. Sein filmischer Dank wurde zur eigentlichen Comedynummer.

Den Fernsehfilmpreis für die beste Nebenrolle wurde Schauspielerin Liliane Amuat für die Rolle der Susanne im Film «Lotto» zugesprochen. Amuat bedankte sich und meinte, das sei das erste Mal, dass sie etwas gewonnen habe – ausser einmal einer Agenda an einem Jassturnier. Die Jury verlieh ihr den Preis für die Leichtigkeit und die hohe Präsenz in der Darstellung.

Überragende Noémie Schmidt

Der Preis für die beste Hauptrolle ging an Schauspielerin Noémie Schmidt. Sie bekam ihn für die Darstellung im Film «La lumière de l’espoir», in dem sie die Hauptrolle der Elisabeth Eidenbenz darstellte. Eidenbenz, eine «Gerechte unter den Völkern» half während des spanischen Bürgerkrieges und später im Zweiten Weltkrieg vor allem schwangeren Frauen, Kindern und jüdischen Flüchtlingen. «Die Jury verleiht Noémie Schmidt den Preis für ihre natürliche Autorität, die sie im Film ausstrahlt, ihre starke Präsenz und die überzeugende Intensität in ihrer Rolle.»

Noémie Schmidt im Film «La lumière de l’espoir».

Noémie Schmidt im Film «La lumière de l’espoir».

Die gebürtige Walliserin Schmidt bedankte sich für den Preis und erinnerte daran, dass stets ein Augenmerk auf die Geschichte zu halten sei. Es gebe noch andere Werte als eine Donaldeske Welt, meinte sie. Von ihr wird noch viel zu hören sein.

Den Jurypreis konnte Pasquale Aleardi für seine Darstellung des Tommaso im Zweiteiler «Gotthard» entgegennehmen. Eine solche Produktion sei nur mit einem guten Team möglich und Aleardi nannte die wichtigsten Crew-Mitglieder von «Gotthard». Er freue sich, bald wieder einmal ein solches Abenteuer erleben zu können.

Dramatische Szene aus «Gotthard»: Der Mineur Tommaso (Pasquale Aleardi) setzt sich gegen die prekären Zustände im Tunnel zur Wehr.

Dramatische Szene aus «Gotthard»: Der Mineur Tommaso (Pasquale Aleardi) setzt sich gegen die prekären Zustände im Tunnel zur Wehr.

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