TV-Serie

«Game of Thrones» ist bald zu Ende – doch die Produzenten wollen weitermachen

«Der Krieg ist nicht vorbei» – Jon Snow (Kit Harington) will Westeros vor der Armee der Untoten beschützen.

«Der Krieg ist nicht vorbei» – Jon Snow (Kit Harington) will Westeros vor der Armee der Untoten beschützen.

Nur noch 12 Folgen, dann ist bei «Game of Thrones» Schluss — doch HBO entwickelt bereits neue Stoffe.

In keiner anderen Fernsehserie wird so viel gestorben wie in «Game of Thrones». Doch wer in der Fantasywelt Westeros stirbt, für den muss nicht zwingend alles zu Ende sein. Jon Snow (Kit Harrington) beispielsweise, der Anführer der Nachtwache, wurde bei einer Meuterei einst heimtückisch niedergemetzelt. Nur um zwei Folgen später von einer zwielichtigen Magierin wiederbelebt zu werden. Schliesslich muss Jon Snow Westeros vor einer anderen Sorte Untoter beschützen: der Armee der Weissen Läufer, die sich unaufhaltsam jener magischen Eiswand nähert, die ihr Reich vom Menschenreich trennt. Noch.

Promo für die 7. Staffel von Game of Thrones

Promo für die 7. Staffel von Game of Thrones

Spannung pur. Zumal die Wartezeit zwischen der letzten und der neuen Staffel von «Game of Thrones» so lange war wie noch nie. Mehr als 12 Monate lang mussten sich Fans der wohl populärsten TV-Serie der Welt gedulden, bis es Montagnacht endlich weiterging. Fast schon standesgemäss begann die neue Folge mit einem Massaker. Auf ihrem Rachefeldzug knöpfte sich die junge Protagonistin Arya Stark (Maisie Williams) jenes Adelshaus vor, das ihre Mutter und ihren Bruder auf dem Gewissen hat. «Der Norden vergisst nie», flüsterte sie nach getaner Tat.

Verkürztes Ende

Es war ein bittersüsser Auftakt. Denn die Fans wissen: Viel «Game of Thrones» bleibt nicht mehr. Die Fantasyserie, die seit ihrer Premiere im April 2011 mit 38 Emmys ausgezeichnet worden ist, biegt in die Zielgerade ein. Die eben angelaufene 7. Staffel ist die zweitletzte, nach der 8. (ab 2018) ist Schluss. Doch statt wie bisher zehn Episoden umfasst die 7. Staffel nur noch sieben, die letzte gar nur noch sechs Folgen. Nur noch zwölf neue Episoden, dann ist «Game of Thrones» Geschichte.

Das Fanherz mag darob bluten, doch die beiden Showrunner, David Benioff und Dan Weiss, möchten die epische Geschichte zu einem Ende führen, bevor sie ausufert. Das ist lobenswert. Benioff und Weiss haben die Ereignisse in den Romanvorlagen von George R. R. Martin inzwischen überholt, und im Gegensatz zum notorisch ausufernden Autor hat das TV-Duo das Ende von «Game of Thrones» klar in Greifweite. Ihr Versprechen an die Fans lautet: Ab jetzt laufen alle Fäden zusammen. Helden, die sich aus den Augen verloren haben, finden endlich wieder zusammen, und die vielen kleinen Auseinandersetzungen in Westeros verdichten sich zu wenigen grossen. So trifft in der neuen Staffel die Drachenkönigin Daenerys (Emilia Clarke) nach sechs Jahren endlich in Westeros ein, wo sie den Thron ihres gestürzten Vaters für sich zurückerobern will.

Die neueste Episode liess sich dennoch auch Zeit für ruhigere Momente. In einer Szene etwa lobt Arya die Gesangskünste von Popstar Ed Sheeran, der in einer Gastrolle zu sehen ist. Und in einer anderen muss der belesene Samwell Tarly (John Bradley-West) seine Lehrstunden damit verbringen, die Bettpfannen älterer Gelehrter zu leeren. «Game of Thrones» lässt eben keine Perspektive aus, von der Königin bis zum Kloputzer.

Freilich, wenn am Ende der achten Staffel von «Game of Thrones» der Kampf um den Eisernen Thron und gegen die Armee der Untoten entschieden ist, wird die Welt von Westeros nicht einfach von unseren Bildschirmen verschwinden. Die Führungsetage beim US-Sender HBO sieht keinen Grund, ihr Flaggschiff schon im Hafen zu versorgen. Oder anders gesagt: Wenn die Serie ihren letzten Atemzug nimmt, muss nicht zwingend Schluss sein.

Vier Ablegerserien in Arbeit

Nicht weniger als vier sogenannte Spinoffs hat HBO bereits in Arbeit gegeben – Ablegerserien, die ebenfalls in der Welt von Westeros angesiedelt sind, aber neue Geschichten mit neuen Figuren erzählen. «Diese Welt hat noch vieles zu bieten», sagte HBOs Programmchef Casey Bloys jüngst in einem Interview mit dem «Hollywood Reporter». Seine Pläne beschrieb er folgendermassen: «Es ist nicht unsere Absicht, vier neue Serien auf die Bildschirme zu bringen. Aber wir wollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zumindest eine dieser vier so weit schafft.» Zu zwei Spin-offs schreibt George R. R. Martin gleich selbst die Drehbücher, sie basieren aber nicht auf bereits existierendem Material.

Bleibt nur die Frage, wie sich die künstlich am Leben erhaltene Serie dereinst präsentieren wird: stark und selbstbewusst wie Jon Snow? Oder röchelnd und lahm wie die Weissen Läufer?

Game of Thrones 7. Staffel jeweils montags auf RTS, Sky und HBO Go.

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