Jean-Paul Belmondo
Jean-Paul Belmondo wird 80 - vor der Kamera ist noch nicht Schluss

Das Leben von Jean-Paul Belmondo verlief wie eine Achterbahn: mit viel Höhen und ebenso viel Tiefen. Sein Grinsen wirkt mit 80 Jahren nicht mehr ganz so breit und überlegen.

Sabine Glaubitz
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Bébel wird 80
12 Bilder
Belmondo mit seiner damaligen Gefährtin Barbara Gandolfi beim Filmfest in Cannes 2011. 2012 kam das Aus für die Romanze.
Bébel hatte es auch mit der Schweiz, hier beim Cupfinal zwischen Servette und Sion 1986 im Berner Wankdorft. Er wird von Bundesrat Kurt Fugler begrüsst.
Bébel und sein Schweizer Meitschi, Ursula Andress, bei der Premiere des Films «Le Voleur» im Februar 1967.
Jean Belomondo mit dem Schauspielerkollegen Michel Piccoli und dessen Frau Juliette Greco 1971.
Der franzoesische Schauspieler Jean-Paul Belmondo fuehrt an der Gala der Union des Artistes, in Paris, Frankreich, am 9. März 1963 ein Kunststück auf dem Hochseil vor.
Jean Paul Belmondo und seine Frau Natty Tardivel 2004 am French Open in Paris. Glück sieht irgendwie anders aus, vier Jahre später kam die Scheidung.
Mit Stock und junger Freundin auf dem roten Teppich in Cannes (2011).
Jean-Paul Belmondo im Mai 1988 in Cannes.
Mit der damaligen Partnerin Ursula Andress beim Schlitteln, 1967 in Roccaraso, Italien.
Belmondo 1961
Bébel im Jahr 2000 in Genf im Gespräch mit einem Journalisten.

Bébel wird 80

Keystone

Jean-Paul Belmondo hat nicht nur vor der Kamera als Draufgänger, Gauner und Boxer harte Schläge einstecken müssen. Auch das Leben hat den Kultschauspieler nicht immer mit Samthandschuhen angefasst: Krankheit und private Schicksalsschläge haben den einstigen Schönling gezeichnet.

Doch Belmondo ist ein Kämpfer, wie in seinen Filmen. Den durch einen Schlaganfall geschwächten Darsteller, der heute 80 Jahre wird, zieht es wieder vor die Kamera. Sein jüngstes Projekt: «Les Bandits manchots», eine Gangsterkomödie von Claude Lelouche, in der er einen alten Verbrecher auf der Flucht spielt.

Belmondo hat bereits vor mehr als 40 Jahren in «Un homme qui me plaît» mit dem französischen Regisseur gedreht. Damals steckte der heute 75-Jährige den Schauspieler in die Rolle eines Komponisten, der sich in eine Schauspielerin verliebt.

100 Filme, 40 Stücke

Herzensbrecher, Draufgänger, Rebell: Damit begann Belmondos Filmkarriere. 1959 gab Jean-Luc Godard dem damals 26-Jährigen die Hauptrolle in «A bout de souffle». Der Film ging als Meisterwerk der Nouvelle Vague in die Filmgeschichte ein und Belmondo, der den Kleinkriminellen Michel spielt, wurde auf einen Schlag zum Star.

Frankreichs grösste Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet rissen sich um den jugendlichen, unerschrockenen Typ in engen Jeans und knapper Jacke. Wie kein anderer spielte er in den 60ern und 70ern mit seiner persönlichen Anziehungskraft, seiner Ungezwungenheit und Selbstironie.

Belmondo kann auf eine atemlose Karriere zurückblicken: knapp 100 Kinofilme und mehr als 40 Theaterrollen. Filme wie «La ciociara» mit Sophia Loren, «Une femme est une femme» und «Peur sur la ville» liessen ihn zu einer Kultfigur des französischen Kinos werden. Neben Alain Delon profilierte er sich zu einem der wandlungsfähigsten Darsteller in allen Genres.

Lange ungedoubelt

Als Bösewicht vom Dienst oder Widerstandskämpfer, der in «L’As des as» Juden aus Hitlers Villa rettete, imponierte er durch seine Lust auf Risiko und spektakuläre Szenen. Als Actionheld kam er in über 70 Filmen ohne Double aus. Unerschrocken hing er am Helikopter, sprang über fahrende Züge oder erklomm den 320 Meter hohen Eiffelturm. Als er sich in «Hold-Up» bei einem Stunt eine Kopfverletzung zuzog, machte er mit seinen halsbrecherischen Unternehmen Schluss. Da war er 52.

Belmondo ist kampferprobt. Das lehrten ihn das Kino und das Leben. Vom Berufsboxer hat er sich über das Wandertheater hochgekämpft bis in den Kino-Olymp. Um dann wieder tief auf die Erde zu fallen. Zunächst in den 1980er-Jahren, als sich das Kino von ihm abwandte und er wieder zu seinen Anfängen, dem Theater, zurückkehrte.

Nach seinem Schlaganfall 2001 war er halbseitig gelähmt und konnte kaum sprechen. Sieben Jahre später drehte er in der Neufassung des Klassikers «Un homme et son chien» von Vittorio de Sica wieder einen Film. Vom einsamen Mann am Stock bis hin zum alten Verbrecher auf der Flucht. So schnell lässt sich Bébel, wie die Franzosen ihn noch immer liebevoll nennen, nicht unterkriegen.

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