Filmfestivals

Solothurner Filmtage wollen Zeichen setzen für Gleichstellung und Diversität

Die Gleichstellungs-Charta gibt vor, dass Statistiken zu Gender geführt werden müssen, insbesondere über die eingereichten und selektionierten Filme.

Die Gleichstellungs-Charta gibt vor, dass Statistiken zu Gender geführt werden müssen, insbesondere über die eingereichten und selektionierten Filme.

Die Solothurner Filmtage unterzeichnen die internationale Charta für Gleichstellung der Geschlechter und Diversität bei Filmfestivals. Als Patin amtiert die Tessiner Filmproduzentin Tiziana Soudani.

Am 30. Januar wird die Charta unterzeichnet. Felix Gutzwiller, Präsident der Solothurner Filmtage, freut sich darauf: «Es ist eine der Kernaufgaben der Solothurner Filmtage, die Vielfalt des Schweizer Films abzubilden», wird er in einer Mitteilung zitiert. Dazu gehöre auch die Diversität der Geschlechter.

Gutzwiller: «Die Solothurner Filmtage bekennen sich mit der Unterzeichnung der Charta formell zu Gleichstellung der Geschlechter und zur Diversität, insbesondere im Hinblick auf unsere Organisationsstruktur. Der Vorstand hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Verpflichtungen der Charta nachzukommen.»

Die internationale Charta für Gleichstellung und Diversität bei Filmfestivals wurde im Mai 2018 am Filmfestival von Cannes von der Organisation «Le Deuxième Regard» im Rahmen der Initiative «50/50 by 2020» lanciert. In der Schweiz wird die Bewegung vom Swiss Women’s Audiovisuel Network (SWAN) vertreten. Die Gleichstellungs-Charta gibt vor, dass Statistiken zu Gender geführt werden müssen, insbesondere über die eingereichten und selektionierten Filme. Ausserdem sollen die Auswahl- und die Steuerungsgremien hälftig aus Frauen und Männern zusammengesetzt sein. Die Solothurner Filmtage sind das zweite Filmfestival, das die Charta in der Schweiz unterzeichnet.

Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, erklärt zum Programm der Solothurner Filmtage: «Das Geschlechterverhältnis bei den eingereichten und selektionierten Langfilmen pendelt seit einigen Jahren um einen Frauenanteil von 30 Prozent. Immer noch werden deutlich weniger Filme von Frauen als von Männern gedreht. Detailliertere Statistiken werden uns erlauben, wichtige Daten zum Geschlechterverhältnis in der Schweizer Filmindustrie zu erheben.»

Gabriel Baur, Laura Kaehr und Stéphane Mitchell, Co-Präsidentinnen von SWAN ergänzen: «Wir freuen uns sehr über diesen weiteren Schritt zu Gleichstellung und Diversität bei Festivals. Die Sichtbarkeit von Filmen von Frauen ist essenziell. Wir sind überzeugt, dass Gleichstellung das Gleichgewicht der Kräfte herstellt, Diversität die Darstellungen tiefgreifend verändert und zu einer kreativen Erneuerung führt.»

Die Unterzeichnung der Gleichstellungs-Charta findet am Mittwoch, 30. Januar 2019 um 18:30 Uhr im Kino im Uferbau in Anwesenheit von Felix Gutzwiller, Seraina Rohrer, Gabriel Baur, Laura Kaehr, Stéphane Mitchell und der Patin Tiziana Soudani statt. (mgt)

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