Wir wissen nicht erst seit Güzin Kar diese klug-unterhaltsame Serie geschrieben hat: Frauen gehen aus sehr unterschiedlichen Gründen mit Männern ins Bett. Nachvollziehbare, wenn auch selten hehre Gründe sind da etwa der Reichtum eines Mannes, seine Schönheit oder seine archaische Faszination. Manchmal schlafen Frauen aber auch aus banalen weiblichen Launen wie Langeweile oder Dummheit mit einem Mann. Es ist nämlich nicht alles immer so kompliziert im Leben.

Doch diese Frage beschäftigte mich mit jeder neuen Folge: Warum wirkt nun ausgerechnet Heinz, der unscheinbare loyale Laborant in der Serie auf uns Frauen so attraktiv? Weil er einen mit seinem listigen Humor schon zum Lachen bringt, wenn man ihn nur anschaut? Dabei muss man doch eher zweimal schauen. So ist Heinz bei weitem nicht makellos, sondern zwanzig Kilo schwerer und einen Kopf kleiner als Gianni, der hübsche aber ultralangweilige Schönling in der Hauptrolle.

Warum gerade er Frauen anturnt

Ausgerechnet dieser skurrile Heinz, fluchend, bodenständig und sehr direkt, überragt aber den geheimnisvollen, feingliedrigen Gianni in Sachen Sexappeal um Längen. Warum genau? Weil Heinz der Typ Mann ist, den andere – weiblich wie männlich – intuitiv als Rudelführer bestimmen würden. Weil einer wie Heinz ausstrahlt: Ich übernehme Verantwortung. Ich habe Eier in den Hosen! Heinz hat Rückgrat. Er sagt in einer Schlüsselszene über seine langjährige Ehe zu seinen Kumpels: «Habe ich je behauptet, dass meine Ehe schlechter geworden ist? Sie ist einfach anders.» Die Loyalität eines Mannes ist rar – und sie turnt Frauen an.

Starker Endspurt

Heinz, Leonardo oder wie auch immer ist auf jeden Fall der überzeugendste Grund, diese Serie zu schauen. In Sachen Traummänner darf man sich übrigens auf einen starken Schluss freuen. Am Ende zeigt Leonardo Nigro, der schon als böser Armon im Film «Schellen-Ursli» auffällig stark war, nochmals mit aller Deutlichkeit, was er draufhat. Als Ehemann Heinz. Als Schauspieler Leonardo. Und nicht zuletzt als Traummann.