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Vetterli-Wirtschaft: Schwere Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk

Hat er für seinen Bruder Schleichwerbung gemacht? Ex-«Wetten dass»-Moderator Thomas Gottschalk.

Hat er für seinen Bruder Schleichwerbung gemacht? Ex-«Wetten dass»-Moderator Thomas Gottschalk.

Schwere Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk: Der langjährige «Wetten, dass...?»-Moderator soll in eine Schleichwerbungs-Affäre verwickelt sein, die seinem Bruder Millionenbeträge einbrachte. Hauptprofiteur war der Autokonzern Mercedes.

Das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» erhebt schwere Vorwürfe gegen den langjährigen «Wetten, dass ..?»-Moderator Thomas Gottschalk. Gemeinsam mit seinem Bruder soll er Unternehmen die Möglichkeit geboten haben, für Millionensummen verbotene Werbung in der populären Fernsehshow zu platzieren.

Die Abmachungen sollen über die eine von Gottschalks Bruder Christoph gegründete Firma namens Dolce Media getroffen worden sein. Der «Spiegel» beruft sich auf Verträge von Dolce Media mit Daimler Chrysler und Solarworld.

Im Schnitt 45 Sekunden

In den im Dezember 2003 für eine Laufzeit von drei Jahren geschlossenen Kooperationsverträgen mit DaimlerChrysler fänden sich Passagen, die die redaktionelle Unabhängigkeit des Fernsehsenders ZDF untergruben, was laut Rundfunkstaatsvertrag verboten sei.

Dazu gehöre die Abmachung, dass «die konkrete Anmoderation» für ein in «Wetten, dass ..?» präsentiertes Mercedes-Modell «zwischen den Parteien einvernehmlich festgelegt wird». An anderer Stelle hiesse es, «die On-Air-Präsenz der A-Klasse» müsse «im Schnitt 45 Sekunden pro Sendung» betragen. Zudem seien konkrete Anweisungen festgehalten worden, wie «Herr Gottschalk wird sich mit dem Gast so am Fahrzeug positionieren, dass der Wagen nicht verdeckt wird.»

1,25 Millionen Euro

Die Abmachungen gabs nicht gratis: 1'250'000 Euro habe der Autokonzern für die Zusammenarbeit bezahlt. Dolce Media wollte laut «Spiegel» zu den Details aller Verträge nichts sagen, weil es «ausdrückliche Verschwiegenheitsklauseln» gebe. Daimler-Konzernsprecher Jörg Howe habe die Angelegenheit als «aus damaliger Sicht ganz normaler Vorgang» kommentiert.

ZDF: Dolce Media war nicht berechtigt

Das ZDF sagt laut «Spiegel», Dolce Media sei nicht berechtigt gewesen, für das ZDF solche Zusagen zu machen. Es sei keine «unzulässige Einflussnahme» auf die Sendung erfolgt.
Das Magazin zitiert auch Frank Asbeck, den Chef der Solarenergiefirma Solarworld, der rund eine Million Euro gezahlt habe, um in der «Wetten, dass ..?»: «Man zahlt für die Sendesekunden.»

Entscheidend sei für ihn gewesen, dass die Carports mit Solardach, die unter den Zuschauern verlost worden sind, die den Wettkönig wählten «in der Sendung einem Millionenpublikum gezeigt» wurden.

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