Eine Kuhkönigin zu finden, ist kein leichtes Unterfangen - in jeder Hinsicht. Es prallen Welten aufeinander. Eine Eringerkuh wiegt bis zu 600 Kilo, die Kühe haben ihren Willen und auch die Köpfe der Züchter sind hart wie Granit.

Der 28-jährige Walliser Nicolas Steiner beleuchtet den Kampf im Ring aus mehreren Perspektiven. Er spürt Züchtern nach, geht mit zuschauenden Töfflibuben auf die Pirsch und schickt einen verzweifelten Zürcher Journalisten los. Dieser soll fürs Radio eine Reportage machen. Alle treffen sich am Kampfring.

Bilder sprechen

Eine Jungzüchterin, die ihrer Eringerkuh ebenso viel Aufmerksamkeit schenkt wie den Töfflibuben. Oder jener Züchter, für den es am Ring kein Halten mehr gibt. Als seine Kuh den Kampf zu verlieren droht, steigt er kurzerhand in den Ring. Steiner erklärt einem dabei nicht alles, er lässt die Bilder sprechen.

Eine Meisterleistung liefert dabei der Kameramann, der mitten unter den Kühen gedreht hat. Seine Arbeit sei nicht ungefährlich gewesen, sagt Steiner. Es sind packende Bilder in schwarzweiss.

Furioses Finale

Das gilt insbesondere fürs Grande Finale, den Finalkampf, den Steiner musikalisch geschickt mit einer Variante von Ravels Bolero unterlegt. Ein Mix aus Nah- und Detailaufnahmen kombiniert mit stark verlangsamten Momenten sorgen für Intensität. «Ich wollte einen Film über einen Tag drehen. Es war klar, dass am Ende des Films der Finalkampf mit Gewinnern und Verlierern gezeigt wird. Es ist das Grande Finale. Die Kamera, die Musik und das Schwarzweiss fokussieren den Blick. «Deswegen ist der Finalkampf am Ende so intensiv und beeindruckend. Der Kuhkampf wird durch den Film etwas grösser», erklärt der Walliser Jungregisseur dazu im «Schweizer Bauer».

Der Film wurde letztes Jahr bereits in Locarno und an der Berlinale gezeigt. Zuschauer und Zuschauerinnen waren begeistert. Ganz im Gegensatz zu Steiners Professoren an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo der Walliser Regie studiert. Diese hätten sein Werk ziemlich zerzaus, erklärt Steiner.

Kampf der Königinnen ist Steiners erster Langfilm. In Solothurn läuft er in der Sektion «Prix du public». Aufgefallen ist der Walliser im Jahr zuvor bereits mit dem Kurzfilm «Ich bin's, Helmut». Er erhielt dafür unter anderem eine Nominierung zum deutschen Kurzfilmpreis 2010. (rsn)