Nun gerät der Schweizer Markt für Online-Anbieter von Filmen und Serien in Bewegung: Nach dem Live-TV-Dienst Teleboy, der vergangene Woche das Serien-Abo eingeführt hat, will der Branchenprimus Zattoo nachziehen und nächstes Jahr ebenfalls Serien zu einer monatlichen Abo-Gebühr anbieten.

Doch nicht nur das: Wie die Verwaltungsratspräsidentin des grössten Schweizer Web-TV-Anbieters Bea Knecht im Interview mit der «Nordwestschweiz» sagt, will Zattoo 2014 auch Filme im Abo anbieten und so das bisherige Live- und Catch-up-Angebot ausbauen. Der Trend hin zu jederzeit abrufbaren Inhalten halte ungebremst an, ist Knecht überzeugt, die sich als Flatrate- und Serien-Anhängerin bezeichnet. «Wenn eine Serie gut ist, dann will ich nicht eine ganze Woche warten müssen auf die nächste Folge», sagt sie. Nutzer seien deshalb bereit, eine monatliche Grundgebühr zu bezahlen.

Zattoo hofft auf einen Partner wie etwa Netflix. Der US-amerikanische Dienst bietet auf dem US-Markt aber auch in wenigen europäischen Ländern ein riesiges Film- und Serienangebot zum Streamen an. Doch Netflix interessiert wie andere internationale Anbieter der kleine Schweizer Markt kaum. Deshalb denkt man bei Zattoo auch über einen Alleingang nach.

Filme und Serien zur Flatrate – die Nutzer dürfen sich freuen. Bisher können Schweizer Konsumenten nur über Umwege auf ähnliche Angebote zugreifen. Sie bewegen sich damit in einem rechtlichen Graubereich. Zwar gibt es legale Angebote für den Download von Filmen und Serien, etwa von Swisscom oder Apple. Dabei bezahlen Kunden aber pro Download, was schnell einmal ins Geld geht.

Chefin war früher ein Mann

Im Interview mit der «Nordwestschweiz» spricht Zattoo-Chefin Bea Knecht, die als Mann Beat hiess, auch über ihr Coming-out als Transgender-Person. «Niemand wusste davon. Das trug man damals auch nicht einfach so am Hemdsärmel zur Schau.» Das Coming-out habe in ihr einen Energieschub ausgelöst.