Filmfestival
James Bond, Sharon Stone und ein Festivalpalast: Das Zürcher Filmfestival gibt sein Programm bekannt

Letztes Jahr mit Masken, dieses Jahr geht es ohne: Das erwartet die Besucher des Zürcher Filmfestivals 2021 in Zürich.

Daniel Fuchs
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Daniel Craig als James Bond mit Léa Seydoux im Film «No Time To Die», der am ZFF Premiere feiert.

Daniel Craig als James Bond mit Léa Seydoux im Film «No Time To Die», der am ZFF Premiere feiert.

Bild: Eon Productions

Der Bundesrat nahm es vorweg: Ab kommender Woche darf nur noch ins Kino, wer ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen kann. Wie das Animationsfilmfestival Fantoche in Baden hatte auch das Filmfestival ZFF in Zürich bereits vor dem Zertifikatsentscheid aus Bundesbern auf eine Ausgabe in diesem Jahr gesetzt, die Geimpften, Getesteten oder Genesenen vorbehalten ist.

Christian Jungen, künstlerischer Leiter des ZFF, im Videointerview über Neuerungen, Stars und den Mehraufwand wegen der Covid19-Massnahmen.

Keystone-SDA

Am 23. September beginnt die 17. Ausgabe, am Donnerstag stellten der künstlerische Leiter Christian Jungen und die Festivalchefin Elke Mayer in Zürich das Programm vor.

Das Führungsduo Elke Mayer und Christian Jungen in der neuen Spielstätte, dem Zürcher Kongresshaus.

Das Führungsduo Elke Mayer und Christian Jungen in der neuen Spielstätte, dem Zürcher Kongresshaus.

Bild: Walter Bieri/Key

Was also erwartet die Besucherinnen und Besucher dieses Jahr? Bereits bekannt war, dass kurz nach der Weltpremiere in London am Abend des 28. September das Publikum in Zürich den neuen Bond-Film «No Time to Die» zu sehen bekommt. Warum dem ZFF und dem Bond-Verleiher Universal gar nicht viel anderes übrig blieb, als eine Premiere im Rahmen des Zürcher Filmfestivals auf die Beine zu stellen, lesen Sie hier.

Kongresshaus als eine Art Festivalpalast wie in Cannes oder Berlin

Eine Rolle für den Bond-Zuschlag dürfte auch diese Neuerung beim Festival gespielt haben: Als Veranstaltungsort kommt das Zürcher Kongresszentrum hinzu, in Gehdistanz zum Festivalzentrum am Zürcher Bellevue. Der grosse Saal fasst fast 1300 Zuschauerinnen und Zuschauer, für die Festival-Vorführungen wird nun noch eine 16 Meter breite Leinwand im Kongresshaus montiert.

Das Führungsduo Jungen/Mayer freut sich über den neuen Spielort. Mit ihm verfüge das ZFF endlich «über einen Festivalpalast, ähnlich wie es ihn in Cannes oder in Berlin anlässlich der Berlinale» gebe.

Neben Bond und weiteren lang erwarteten Filmen wie Ridley Scotts «The Last Duel» (Drehbuch von Matt Damon und Ben Affleck) findet auch die Eröffnung mit Bundespräsident Guy Parmelin im Kongresshaus statt.

Eröffnungsfilm zu Geiseldrama in Pakistan

Eröffnet wird das Festival mit Michael Steiners Verfilmung der Geschichte des Schweizer Touristenpaars Daniela Widmer und David Och, das 2011 auf einer Ferienreise in Pakistan entführt und von örtlichen Taliban in Geiselhaft genommen wurde. Steiner eröffnet mit «Und morgen seid ihr tot» nach «Sennentuntschi» (2010) bereits zum zweiten Mal das Zürcher Filmfestival. Auf seinen Film darf man gespannt sein, da die Geschichte der beiden Touristen - ihnen soll aus eigener Kraft die Flucht gelungen sein - bis heute für Zweifel sorgt.

Das Programm umfasst heuer 164 Filme. Darunter präsentiert das ZFF eine Retrospektive aus Bond-Filmen mit Hauptdarsteller Daniel Craig, der in «No Time to Die» zum letzten Mal als Geheimagent 007 zu sehen ist. Bemerkenswert ist der Umstand, dass am Festival die Streaminganbieter besonders gut vertreten sind. Netflix hat gleich vier Produktionen am Start.

Sharon Stone am Festival, eine Spezialreihe widmet sich dem Sex im Film

Die «goldenen Augen», die Hauptpreise des Festivals, gibt es in den Wettbewerben Fokus (deutschsprachige Filme), Spielfilm und Dokumentarfilm. Die Sektionen umfassen ausschliesslich Erstlinge, Zweit- und Drittwerke. Einen Spezialpreis, den «Golden Icon», erhält dieses Jahr Filmikone Sharon Stone, die ans Festival anreist. Zu den weiteren Preisträgern gehören Paul Schrader und Paolo Sorrentino, die in Zürich ihre neuen Filme« The Card Counter», respektive «E stata la mano di dio» zeigen.

Ebenfalls beliebt beim Publikum: Die Reihe #Hashtag, heuer unter dem Motto #LetSexPlore. Dabei werden Filme gezeigt, die einen Blick auf die Sexualität werfen, «der nicht männlich-lüstern geprägt ist», wie ZFF-Direktor Jungen sagt. Sex im Film nach #MeToo sei deshalb aber genauso «prickelnd».

Gastland ist dieses Jahr Tunesien mit einer Reihe vielversprechender Filme, darunter die Gesellschaftssatire «The Man Who Sold His Skin».

Das ZFF dauert bis zum 3. Oktober und wird beendet mit dem neuen Film von Wes Anderson «The French Dispatch», einer Ode an den Zeitungsjournalismus. Er feierte in Cannes Weltpremiere und sorgte dort für Begeisterung.

Zürcher Filmfestival ZFF: 23. September bis 3. Oktober 2021: Programm und Infos: www.zff.com

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