Kultur

Geldprobleme beim grössten Kurzfilmfestival der Schweiz

Das Shnit findet jeweils im Kulturzentrum Progr in der Stadt Bern statt.

Das Shnit findet jeweils im Kulturzentrum Progr in der Stadt Bern statt.

Die Stadt und der Kanton Bern haben dem Kurzfilmfestival Shnit die Förderbeiträge gestrichen. Wie nun bekannt geworden ist, konnte die letztjährige Ausgabe nur stattfinden, weil private Geldgeber in die Bresche gesprungen sind.

Bis zu 20'000 Gäste hat das Shnit, das grösste Kurzfilmfestival der Schweiz, in den letzten Jahren jeweils angelockt. Es hat sich zudem auch längst international einen Namen gemacht. Wie eine Recherche des SRF Regionaljournals Bern / Fribourg / Wallis nun zeigt, ist die Zukunft des Festivals aber ungewiss.

Der Kanton Bern, die Stadt Bern und die Burgergemeinde Bern haben dem Festival sämtliche Förderbeiträge gestrichen. Und das drei Wochen vor Festivalbeginn am 17. Oktober. Die drei Geldgeber haben dem Festival insgesamt 190'000 Franken entzogen, obwohl diese Gelder in der Planung eingerechnet waren.

Stiftungrat ist weg, Leiter bleibt

Seitens ehemaliger Mitarbeiter und aus dem Umfeld des Festivals ist durchgesickert, dass die Probleme organisatorischer Natur seien. So sei etwa die Abrechnung über Jahre nicht sauber gemacht worden. Auch der langjährige Festivalleiter Olivier van der Hoeven geriet in die Kritik. Administrative Aufgaben hätten ihn überfordert.

Im Anschluss an die Krise haben sich die Parteien zu Verhandlungen zusammengesetzt, welche am Dienstag zu Ende gingen. Laut der Tageszeitung «Der Bund» seien diese konstruktiv verlaufen. Die Geldgeber hätten aber gefordert, dass sich das Shnit professionalisieren müsse.

Der aktuelle Stiftungsrat sei inzwischen geschlossen zurückgetreten, schreibt «der Bund» weiter. Olivier van der Hoeven bleibe an Bord, könne sich aber eine neue Rolle als künstlerischer Leiter vorstellen. (gb.)

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