Kultur

Gunda war die Liebe seines Lebens und die Unternehmerin hinter Dimitri

Gunda und Clown Dimitri am Freitag, 17. September 2010.

Gunda und Clown Dimitri am Freitag, 17. September 2010.

Gunda Dimitri, Witwe des bekannten Schweizer Clowns, ist im Alter von 86 Jahren im Tessin verstorben. Vier Jahre nach ihrem Mann.

Sie war die Liebe seines Lebens. Clown Dimitri (1935-2016) hat immer gerne erzählt, dass er sich schon als 12-jähriger während einer Ferienkolonie in Gunda Salgo – so ihr Mädchenname - verliebt hatte. Das war 1947 und ein einseitiger Wunsch. Erst 1960 sollte es so richtig funken. Damals gastierte Dimitri im Theater am Hechtplatz in Zürich. Ein Jahr später heirateten die beiden. 1962 kam der erste Sohn von vier gemeinsamen Kindern auf die Welt, darunter der heute weltbekannte Seiltänzer David, die Akrobatin Masha und die Sängerin Nina. Den Sohn Mathias aus erster Ehe brachte Gunda mit in die neue Beziehung. Da lässt sich durchaus von einer Grossfamilie sprechen, die fortan im Tessin lebte, wo Dimitri aufgewachsen war. Sie zogen in ein grosses Haus in Borgnone im Centovalli, mitten in der wilden Natur.

Nun ist Gunda Dimitri, vier Jahre nach ihrem Ehemann, an diesem Wochenende verstorben. Mit einem gemeinsamen Foto, das Mutter und Tochter lachend zeigt, nahm Tochter Nina auf Facebook Abschied: «Meine liebe Mama Gundi hat uns gestern Abend verlassen. Jetzt ist sie bei ihrem Dimitri, unserem Papito Dimitri.» Tochter Masha schrieb, ihre Mutter sei in die Welt der «Clown-Engel» gereist.

Silvana Gargiulo, Samuel Mueller Dimitri, Nina  Dimitri et Masha Dimitri bei einem Auftritt von  "Dimitrigenerations" 2016.

Silvana Gargiulo, Samuel Mueller Dimitri, Nina Dimitri et Masha Dimitri bei einem Auftritt von "Dimitrigenerations" 2016.

«Es ist traurig – eine Epoche geht zu Ende», sagt auf Anfrage Roberto Maggini (75), der über Jahrzehnte mit Dimitri aufgetreten ist und bereits das Teatro Dimitri in Verscio leitete. Tatsächlich ist die Karriere des berühmten Clowns Dimitri und der Aufbau seiner «Theaterimperiums» im Örtchen Verscio bei Locarno nur zu erklären, wenn man die Leistung von Gunda Dimitri würdigt. «Sie war eine Unternehmerin, sie entschied und hielt ihm den Rücken frei», so Maggini. Sie habe auch die Finanzen gemanagt.

Das gemeinsame Teatro Dimitri

1971 gründete das Paar in Verscio das Theater Dimitri, 1975 folgte die Theaterschule, die inzwischen unter dem Namen «Accademia» als Schauspielschule Teil der Fachhochschule der italienischen Schweiz (Supsi) geworden ist. Um im Theater eine Beiz einrichten zu können, machte Gunda das Wirtepatent. Später wurde ein kleines Museum und ein Clown-Park eingerichtet. Und neben der Erziehung der Kinder verfolgte «Gundi» mit Ausstellungen von Skulpturen eine eigene Künstlerkarriere. Denn auch die in Basel geborene Gunda war Kind einer Künstlerfamilie. Ihr Vater war der Holzbildhauer und Maler Jenö Salgo.

Gunda war auch Teil der Stiftung Dimitri, die in den letzten Jahren schwere Zeiten durchgemacht hat. Wie es nun weiter geht, werden wohl die Kinder David, Nina, Masha, Ivan und Mathias entscheiden.

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