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«Harry Potter»-Fans aufgepasst: Dumbledores Vorgeschichte wird filmreif

«Harry Potter»-Fans horchen auf: Die Vorgeschichte von Professor Dumbledore soll auf die Leinwand kommen.

Lory Roebuck
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Er war Harry Potters Mentor und Ersatzvater: Nun kommt Professor Dumbledores (hier: Michael Gambon) Vorgeschichte ins Kino – als fünfteilige Filmreihe. Warner Bros.

Er war Harry Potters Mentor und Ersatzvater: Nun kommt Professor Dumbledores (hier: Michael Gambon) Vorgeschichte ins Kino – als fünfteilige Filmreihe. Warner Bros.

KEYSTONE

Das Leben eines Magiers kennt vielerlei praktische Abkürzungen. Wenn Harry Potter beispielsweise «Confundo!» ruft und seinen Zauberstab schwingt, resultiert das in einer kurzzeitigen Verwirrung seines Gegenübers. Denselben Zaubertrick hat kürzlich das Hollywood-Studio Warner Bros. angewandt – auf uns Kinozuschauer.

Blicken wir kurz zurück: Die achtteilige «Harry Potter»-Kinoserie ging 2011 zu Ende, mit dem gigantischen Einspielergebnis von 7,7 Milliarden Dollar. Keine andere Filmreihe war während der fast einhundertjährigen Geschichte von Warner Bros. nur annähernd so erfolgreich. Logisch mochte das Studio diese Geldquelle nicht einfach versiegen lassen.

Also gleiste Warner Bros. zwei Jahre später mit «Fantastic Beasts and Where to Find Them» (Kinostart: 17. November 2016) einen sogenannten Ableger-Film auf: Ein Film, der zwar im selben Zauberuniversum spielt wie «Harry Potter», aber Jahrzehnte zuvor und mit völlig neuen Figuren. «Harry Potter»-Autorin J. K. Rowling verfasste das Drehbuch gleich selbst, es handelt von einem tollpatschigen Magier namens Newt Scamander, der im Jahr 1926 in New York entflohene Zauberwesen einsammeln muss. Ein Mix aus Potter und Pokémon, quasi.

Worum es wirklich geht

Das Filmstudio plante zunächst mit einer kompletten Trilogie rund um diese «Fantastic Beasts», doch dann meldete sich Ende letzter Woche Rowling zu Wort: Sie schreibe nicht drei, sondern sogar fünf Filme! Stellt sich die Frage: Auch wenn mit dem Briten Eddie Redmayne ein Oscarpreisträger für die Hauptrolle gewonnen wurde – ist das nicht gar viel Optimismus? Muss sich dieser neue Zauberer vor dem Kinopublikum nicht erst noch beweisen?

«Confundo!» – alles nur ein Trick. Warner Bros. hat den wahren Inhalt seiner neuen Filmreihe vor unseren Augen an uns vorbeigezaubert. Oder wie das Rowling vergangenes Wochenende gegenüber ihren Fans auf Twitter ausdrückte: «Sobald ihr realisiert, welche Geschichte wir hier ‹wirklich› erzählen, werdet ihr verstehen, warum wir fünf Filme brauchen.»

Ein Tweet, der Millionen Fans aufhorchen liess. In ihren Augen lassen die Worte der «Harry Potter»-Autorin nur einen Schluss zu: Die Fünfteiler, der mit «Fantastic Beasts» beginnt, muss in Wirklichkeit von einer Figur handeln, die bereits aus den «Harry Potter»-Abenteuern bekannt ist. Und da kommt nur eine infrage: Professor Albus Dumbledore, Harrys Mentor und Ersatzvater, der Zaubermeister mit der sagenumwobenen Vergangenheit, die bislang nur angedeutet, aber nie gezeigt wurde.

Dumbledores grosse Liebe

Eine Bestätigung dieser Spekulationen liess nicht lange auf sich warten. Laut der «BBC» erzählte «Fantastic Beasts»-Regisseur David Yates vor wenigen Tagen an einem Fan-Event folgendes: «Dumbledore wird in einer wunderbaren Filmszene zwischen unseren Hauptdarstellern Eddie Redmayne und Colin Farrell erwähnt.» Ein Teil dieser Szene ist im Trailer zum Film zu hören. Der von Farrell gespielte Magier sagt darin zu Redmaynes Newt Scamander: «Ich wundere mich, warum Dumbledore derart grosse Stücke auf Sie hält.»

J. K. Rowling liess am selben Fan-Event durchblicken, dass von «Dumbledore und Grindelwald» die Rede sein wird. Worauf Regisseur Yates ergänzte: «Grindelwald wird im weiteren Verlauf der Filme zu einer viel prominenteren Figur werden.»

Nun, auch dieser Grindelwald ist für «Harry Potter»-Kenner kein unbekannter Name. Der Magier war der Besitzer des Elderstabs gewesen, der ultimativen Zauberwaffe, mit der der böse Lord Voldemort den jungen Harry Potter im grossen Finale besiegen wollte. In den letzten beiden «Harry Potter»-Kinofilmen war Grindelwald in Rückblenden zu sehen gewesen.

Und wer auch Rowlings «Harry Potter»-Romane gelesen hat, weiss, dass Grindelwalds Geschichte untrennbar mit jener von Albus Dumbledore verstrickt ist. Die beiden wuchsen in der Gemeinschaft der Magier als Ausnahmetalente auf und waren jahrelang beste Freunde. Rowling hat in Interviews sogar angedeutet, dass der junge Dumbledore unsterblich in Grindelwald verliebt gewesen sei. Bis sich dieser zunehmend der dunklen Magie verschrieb – und Dumbledores Schwester bei einem durch Grindelwald verursachten Unfall tragischerweise ums Leben kam.

Schlagartig verheissungsvoller

Die Leiden des jungen Dumbledore? Zaubermeisters Lehrjahre? Wenn das die Geschichte ist, die «Fantastic Beasts» wirklich erzählt, wirkt der ambitionierte Fünfteiler schlagartig verheissungsvoller. Kein billiger Ableger, sondern ein waschechtes «Harry Potter»-Prequel, eine Vorgeschichte, die sich kein Fan entgehen lassen kann.

Welcher Darsteller in die Rolle des jungen Dumbledore schlüpfen wird, wird wohl erst mit dem «Fantastic Beasts»-Nachfolger zum Thema – Teil zwei des Fünfteilers erscheint Ende 2018. Klar ist aber: Die britischen Filmstars werden für die Rolle Schlange stehen.

Fantastic Beasts and Where to Find Them Ab 17. November im Kino.

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