Baden

Jambalaya mit Maggi-Würze

Hendrix Ackle, Richard Cousins, Caroline Chevin, Simon Kistler und Jean-Pierre von Dach vor dem Studio im Maggie-Areal.

Hendrix Ackle, Richard Cousins, Caroline Chevin, Simon Kistler und Jean-Pierre von Dach vor dem Studio im Maggie-Areal.

Das Blues Festival Baden findet online statt. Ein ganz besonderes Schmankerl haben sich der Badener Hendrix Ackle und die Luzerner Sängerin Caroline Chevin ausgedacht.

Morgen hätte das Bluesfestival Baden mit «The Spirits of New Orleans», einem exklusiven Programm des Badener Musikers Hendrix Ackle, fulminant beginnen sollen. Aus bekannten Gründen ist das ganze Live-Festival abgesagt, respektive um ein Jahr verschoben worden. Doch das Team um Susanne Slavicek wollte sich Corona nicht einfach so beugen. «Baden ohne Blues – Das geht gar nicht!», sagten sie sich und haben innert kürzester Zeit ein virtuelles Festival aus dem Boden gestampft. Das Blues Festival Baden blüht nun im Mai halt online.

Über 30 verschiedene Aktionen sind geplant, welche die verschiedenen Events spiegeln und alle auf der Website des Festivals sichtbar gemacht werden. Finanziert wird das virtuelle Festival vom Kanton und den Sponsoren. «Selbstverständlich reinvestieren wir das gesprochene Geld», sagt Roberto Amsler von der Programmgruppe, «und besonders freut es uns, dass praktisch alle angefragten Musiker mitmachen und einen Beitrag ihrer Wahl leisten. Selbst internationale Stars wie Kenny Neal».

Eine Schweizer Premiere in Kemptthal

Einen speziellen Beitrag haben sich Hendrix Ackle und die Luzerner Sängerin Caroline Chevin ausgedacht. Beide wurden für das Festival getrennt gebucht, für das virtuelle Festival spannen sie nun zum ersten Mal zusammen. «Ich schätze Caro schon lange. Sie ist eine der besten Sängerinnen der Schweiz», das virtuelle Festival war für uns eine willkommene Gelegenheit, endlich etwas zusammen auf die Beine zu stellen», sagt Ackle.

Treffpunkt ist «The Valley», das ehemalige Areal im Zürcherischen Kemptthal. Dort, wo vor einiger Zeit die berühmte Flüssigwürze, aber auch Instantsuppen, Brühwürfel und Fertigsaucen produziert wurden, hat der Schlagzeuger Simon Kistler, einer der gefragtesten Schweizer seines Fachs, ein schmuckes Studio eingerichtet. Ebenfalls dort, im ersten und zweiten Stock, haben sich Hendrix Ackle sowie das Musikerpaar Jean- Pierre Von Dach (Gitarre) und Gigi Moto (Gesang) mit Ateliers und Proberäumen eingenistet. «Ein totaler Glücksfall», sagt Ackle begeistert.

Die Stimmung ist herzlich und entspannt. Simon Kistler, Jean- Pierre von Dach und Ackle kennen sich seit Jahren von den verschiedensten Projekten. Zu ihnen gesellt sich Bassist Richard Cousins, der normalerweise für 140 Konzerte mit dem amerikanischen Bluesstar Robert Cray unterwegs ist. Jetzt sitzt er in Zürich fest, wo er schon seit 15 Jahren lebt. «I am swiss», sagt er lachend und für seinen alten Kumpel Hendrix ist er noch so gern zur Stelle.

Auch Caroline Chevin ist froh, nach dem erzwungenen Lockdown, endlich wieder mit einer Band zu singen. Ende März hat sie ihr Album «Enjoy The Ride» veröffentlicht, das die Top 10 der Schweizer Album-Hitparade erreichte. Doch Corona hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rund 40 Konzerte ihrer Release-Tour mussten verschoben werden. «Die Ausfall-Unterstützung, die ich erhalte, deckt meine Miete nicht», sagt die alleinerziehende Mutter eines viereinhalbjährigen Buben, «aber ich denke positiv. Es ist besser als nichts».

Im Maggi-Areal werden «Higher» und «Moon And Back» von Chevin sowie drei Songs aus dem New-Orleans-Programm von Hendrix Ackle aufgenommen: «Right Place, Wrong Time» von Dr John, «People Say» von The Meters sowie der Irma-Thomas-Klassiker «Look Up», den Chevin und Ackle im Duett interpretieren. New-Orleans-Groove flutet das Studio. Nach ein paar Anläufen sind alle Songs im Kasten. «That’s cool. We’ve doin it», ruft Richard Cousins aus und legt seinen Bass zur Seite.

Die Session wird von der Filmcrew des Blues Festivals fest­gehalten und zu Videos zusammengeschnitten, die auf der Website des Blues Festivals gestreamt werden können. Sie sollen die Blues-Fans nicht nur für den verschobenen New Orleans-Abend entschädigen, sondern auch auf den Eröffnungsabend des Festivals einstimmen. Er findet übrigens im neuen Kurtheater in Baden statt. Mit Caroline Chevin als Gastsängerin.

Inspirationen für das nächste, richtige Festival

«Die Absage des Live-Festivals hat uns stark gefordert», sagt Martin Fröhlich von der Programmgruppe, ‹mit Beiträgen wie jenen mit Hendrix Ackle und Caroline Chevin wollen wir ein Zeichen setzen und den Freunden des Blues etwas zurückgeben. In diesen schwierigen Zeiten ist das umso wichtiger›. Darüber ist er überzeugt, dass die gesammelten, virtuellen Erfahrungen auch wichtige Impulse für das nächste Festival geben. Die richtigen Konzerte wären schon schöner, aber wer weiss, was wir für 2021 alles mitnehmen können».

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Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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