Musik

Mit Balkan-Flair nach Rotterdam: Das ist der Mann, der die Schweiz am Eurovision Song Contest vertritt

Gjon Muharremaj, alias Gjon’s Tears.

Gjon Muharremaj, alias Gjon’s Tears.

Der welsche Sänger Gjon’s Tears reist für die Schweiz an den Eurovision Song Contest. Sein Song «Répondez-moi» ist das Gegenstück zu Luca Hännis Hit aus dem Vorjahr.

Mit dem Song «Répondez-moi» versucht der Sänger Gjon’s Tears am Eurovision Song Contest, an den letztjährigen Erfolg von Luca Hänni anzuknüpfen. Dabei klingt der Song ganz anders als Hännis «She Got Me». «Répondez-moi» ist ein langsamer, mystischer und melancholischer Titel mit Balkan-Flair. Eine Ballade, die sich markant von anderen Balladen abhebt. Tears hat eine ausserordentlich schöne, hohe Stimme und wechselt gekonnt zwischen Kopf- und Bauchstimme. Der Song lebt aber vor allem von seiner raffinierten Dynamik, hört dann aber etwas unvermittelt, überraschend auf.

Ein Sänger mit Migrationshintergrund

Der 21-jährige Musiker Gjon’s Tears kommt aus dem zweisprachigen Kanton Fribourg, spricht und singt französisch. Seine Eltern stammen aus dem Kosovo und aus Albanien. Gjon Muharremaj, wie der Sänger bürgerlich heisst, ist aber in der Schweiz geboren, hat einen Schweizer Pass und wohnt in Broz, unweit der Schokoladen-Fabrik Cailler.

Gjon’s Tears: So tickt die Schweizer ESC-Hoffnung

Gjon’s Tears: So tickt die Schweizer ESC-Hoffnung

Gjon’s Tears: So tickt die Schweizer ESC-Hoffnung

Bei der Vorstellung im Leutschenbach wirkt Gjon’s Tears ruhig, etwas schüchtern, aber sympathisch. Wenn er an seine Aufgabe in Rotterdam am grössten Gesangswettbewerb der Welt denke, sei er «schon jetzt etwas nervös». «Ich freue mich aber riesig, ein Teil dieses Riesenevents zu sein, und werde alles geben, um die Schweiz würdig zu vertreten», sagt er. Auf ihn wartet ein dichtes Programm. Schon jetzt ist das Eurovision-Team daran, die Inszenierung und die Bühnenshow einzustudieren.

«Bin stolz darauf, woher ich komme»

«Ich möchte die Menschen mit meinem Lied ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen», sagt er, «die Schweiz ist meine Heimat, ich bin aber auch stolz darauf, wer ich bin, woher ich komme und was ich erreicht habe.» Der Song ist also sehr persönlich, gleichzeitig universell. Es geht um Heimat, um Herkunft und um Identität. Ein Thema, das den Sänger mit Migrationshintergrund stets beschäftigt hat.

«Répondez-Moi» ist schon der dritte Schweizer Song in Folge, der im Songwriter-Camp der Suisa von Produzent Pele Loriano komponiert wurde. «Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Song an den Erfolg von Luca Hänni anknüpfen können», sagt Loriano und ist felsenfest von der Qualität des Songs überzeugt. Seit dem Erfolg von Hänni schaue man auf die Schweiz. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist für ihn das Auswahlverfahren mit einem 100-köpfigen Zuschauerpanel und einer 20-köpfigen internationalen Fachjury, die den Geschmack des europäischen Publikums reflektiert.

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Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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