Ausstellung

Der vibrierende Sound der Bienen im Schopf auf dem Hochmoor

Auf dem Hochmoor von Gais AR wurden elf kleine Scheunen in Experimentierstuben für ungewöhnliche Klänge verwandelt. Die Kunstaktion läuft noch bis zum 8. September.

Auf dem Hochmoor von Gais AR wurden elf kleine Scheunen in Experimentierstuben für ungewöhnliche Klänge verwandelt. Die Kunstaktion läuft noch bis zum 8. September.

Im Hochmoor von Gais AR sind elf kleine Holzscheunen in Experimentierstuben verwandelt worden. Die begehbaren Klanginstallationen stammen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern und sind dort bis zum 8. September zu entdecken.

Mit der Appenzeller Bahn geht es nach dem Bahnhof Gais AR in Richtung Stoss bis zur Station Schachen: Halt auf Verlangen. Von dort führt ein kurzer Weg durch Wiesen und Riet zum Schützenhaus, dem Startpunkt der Entdeckungstour "Klang-Moor-Schopfe".

Verstreut in der Landschaft stehen kleine Scheunen, in denen die Bauern früher das im Moor geschnittene Heu lagerten. Der Musiker, Künstler und Kurator Patrick Kessler aus Gais bekam elf von ihnen für ein ungewöhnliches Projekt zur Verfügung gestellt.

Die durch den Gebrauch, durch Wind und Wetter in unterschiedlichem Grad verlotterten Holzbauten mit teils niedrigen Decken sind für sich schon etwas Besonderes. Bis zum 8. September finden sich darin Klanginstallationen internationaler Künstlerinnen und Künstler.

Die Besucherinnen und Besucher suchen sich selber einen Weg. Jeder Schopf ist wie eine eigene Welt: Holztür auf, Holztür zu und man steht alleine oder mit anderen im Dunkeln und konzentriert sich auf die Geräusche.

Das Spektrum reicht von gesammelten und verstärkten Naturtönen aus dem Moor, dem Schmatzen und Flitschen einer Autopsie, bis zu einer Virtual-Reality-Installation um ein "Noise Aquarium", das ein Team mit Victoria Vesna, Klangkünstlerin und Professorin für Medienkunst in Kalifornien und der Digitaldesignerin Martina R. Fröschl aus Wien konzipiert hat.

In einem Holzschopf ist ein Prasseln oder Knistern zu hören, vielleicht wie von einem grossen Feuer. Nicht bedrohlich, eher gemütlich. Die vielfältigen Geräusche lassen Boden und Wände leicht vibrieren. Die Erklärung findet sich vor dem Bau. Dort steht ein bevölkertes Bienenhaus.

Der in Mailand und Zürich lebende Künstler Ludwig Berger hat es mit acht Mikrofonen versehen. Sie übertragen den summenden Sound des Bienenvolkes mit sehr tiefen und hohen Tönen über Lautsprecher in Echtzeit in den Schopf.

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