Rockkonzert

Die St. Jakobshalle besteht den bombastischen Muse-Test

Muse liefern immer eine bombastische Show

Muse liefern immer eine bombastische Show

Muse, die Könige des Bombast-Rock, präsentierten in der ausverkauften St. Jakobshalle in Basel vor 9000 Zuschauern ihr neuestes Opus. Der grossorchestrale Grössenwahn von Muse funktioniert auch in der St. Jakobshalle.

Noch ambitionierter, noch bombastischer, glamouröser, raffinierter, verrückter, vertrackter, exzentrischer, riskanter und pathetischer. Auf ihrem sechsten Album «The 2nd Law» haben Muse nochmals einen Zacken zugelegt und ihren Prog-Rock nicht nur mit Anleihen aus der klassischen grossorchestrale Welt vermählt, sondern auch mit Hollywood-Soundtracks und einigen Dubstep-Elementen.

(Quelle: www.youtube.com/Stefan Noth)

Muse live in der St. Jakobshalle

Die grosse Frage vor dem Konzert in Basel lautete deshalb: Wie klingt dieser sinfonische Sound, dieser exzessive musikalische Überschwang in der Basler St. Jakobshalle? Einer Halle notabene, die sich punkto Akustik in der Vergangenheit einen eher zweifelhaften Ruf erworben hat.

Die Band beginnt bescheiden. Die visuelle Umsetzung ist geschmackvoll, aber vergleichsweise schlicht. Dafür steht die Band mit Mastermind Matt Bellamy, Christopher Wolstenholme (Bass) und Dominic Howard (Schlagzeug) im Mittelpunkt und verliert sich auf der grossen Bühne fast etwas. Verstärkt werden die Drei von einem Keyboarder, der sich aber versteckt hinter dem Schlagzeug aufhält. Doch die Botschaft ist deutlich: Hier soll es um die Musik gehen.

Der Bombast-Zug nimmt Fahrt auf, die Lichtshow wird opulenter. Die Euphorie nimmt zu - in der Band und im Publikum. Bellamy jubelt in den hõchsten Tönen. Muse erklären den verschwenderischen Umgang mit Sounds und Emotionen zum Prinzip. Fast das ganze Album von "The 2nd Law" wird präsentiert.

Doch am übrschwänglichsten werden die alten, besser bekannten Hits gefeiert.

Und oh Wunder! Die Skepsis des Kritikers war unbegründet. Die Musik versinkt nicht in einem undefinierbaren Soundbrei, sondern ist überraschend transparent. Freilich werden im knapp zweistündigen Konzert nicht alle Details und Subtilitäten hörbar, doch die St. Jakobshalle hat den Test bestanden. Der grossorchestrale Grössenwahn von Muse funktioniert auch hier.

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