Musik

Ein Händchen für den zeitgenössischen Blues

Auch Clapton schwört auf ihn: Doyle Bramhall II kommt Mitte Mai nach Basel.

Auch Clapton schwört auf ihn: Doyle Bramhall II kommt Mitte Mai nach Basel.

Die Konzertreihe Groove Now startet in die 10. Saison – und bleibt im «-tis».

Manchmal kommt alles anders, um am Ende gleich zu bleiben: Als das Atlantis vor einem Jahr ins Schlingern geriet, die Zukunft des Konzertlokals abermals unsicher schien, musste Patrick Kaiser handeln. Als Veranstalter der Reihe Groove Now bringt er vorwiegend US-amerikanische Musiker in die Schweiz. «Wir haben eine Vorlaufzeit von zwei, drei Jahren», sagt er.

Planungssicherheit ist essenziell. Da passte es nicht ins Konzept, dass die Zukunft des Atlantis ungewiss war. Weshalb sich Kaiser umschaute und im Sommer bekannt gab, Groove Now würde aufs Gundeldinger Feld, in die Halle 7, dislozieren.

Bis es so weit war, stand das Atlantis aber noch in der Pflicht. Die neuen Pächter der Parterre-Gruppe öffneten im Spätsommer 2018 eigens für zwei Konzerte das Lokal am Klosterberg, zeigten dabei vollen, beherzten Einsatz, sodass Kaiser zum Schluss kam, dem «-tis» noch eine Chance zu geben. Auch, weil ihm die Parterre-Leitung versprach, dass sie sich für mehrere Jahre verpflichtet habe im Atlantis, dass auch ihre Perspektive langfristig sei.

So kommt es nun, dass Groove Now weiterhin im «-tis» am Klosterberg 7 Gastrecht geniesst – und nunmehr in ihr zehntes Jahr shuffelt. Zehn Jahre bereits? Tatsächlich. Man darf die Konzertreihe, die Patrick Kaiser ursprünglich unter dem Label Blues Now lanciert hat, mit bestem Gewissen als traditionsreich betiteln – und auch als erfolgreich. Sonst hätte sie sich nicht so lange gehalten. Dabei sei die Treue des Publikums ebenso wichtig wie jene der Sponsoren, wie Kaiser erzählt. Seine Ansprüche sind hoch, was sich auch in den Kosten niederschlägt. Der passionierte Musikfan lässt meist seine direkten Kontakte in die Staaten spielen und Musiker exklusiv in die Schweiz einfliegen.

So zum Beispiel Mike Zito: Diesen wiederkehrenden Gast konnte Kaiser diesmal für ein reines Blues-Projekt begeistern. Dabei werden auch ehemalige Mitmusiker von B. B. King (ein Saxofonist und Trompeter) mitwirken. Mit diesem eigens kuratierten Spezialprojekt werden die neun Groove-Now-Anlässe 2019 am 22. und 23. Februar lanciert. Wie immer finden alle Konzerte an zwei darauffolgenden Abenden statt: Freitag und Samstag.

Nicht nur die Südstaaten sind auf der Bühne vertreten, auch der zeitgenössische Chicago Blues (Ende März, u. a. mit Corey Dennison) oder der Sänger Victor Wainwright. Ihn hatte Kaiser schon vor Jahren engagiert. Damals noch ein unbekannter Musiker, ist der 38-Jährige mittlerweile mehrfach preisgekrönt.

Obschon er gerne vorausplant und daher die Improvisation den Musikern überlässt: Manchmal ist auch der Veranstalter dazu gezwungen. So wie im vergangenen Jahr, als er den Gitarristen und Sänger Doyle Bramhall II im Programm hatte, bis, ja, bis Eric Clapton ihm den Act wegschnappte. Clapton verpflichtete Bramhall, «da können wir natürlich nichts machen, Ober sticht Unter», sagt Kaiser. Doch Bramhall will seine kurzfristige Absage wieder gutmachen: Im Mai dieses Jahres spielt er mit Eric Clapton in der Londoner Royal Albert Hall. Direkt im Anschluss daran wird er in die Schweiz reisen, für zwei exklusive Konzerte im Atlantis.

 

Das Jahresprogramm und weitere Infos finden Sie unter www.groovenow.ch.

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