Songcontest
«Es ist kein lang gehegter Traum»

Die Baslerin Anna Rossinelli (23) ist die Schweizer Hoffnung am Eurovision Song Contest Pop. Sie will trotz des aktuellen Ruhms immer schön am Boden bleiben. Ihr Stück sei im übrigen nicht abgekupfert, kontert Rosinelli entsprechende Vorwürfe.

Von Fabian Sommer
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Sie sind jetzt ein Star, Frau Rossinelli. Wie fühlt sich das an?Anna Rossinelli: Immer schön auf dem Boden bleiben, ein Star bin ich noch lange nicht. Aber es ist schon ungewohnt und überraschend, überall Interviews zu geben und so viele Termine zu haben.

Noch vor einer Woche kannte Sie niemand. Seit Samstag sind Sie die grosse Schweizer Hoffnung am nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf. Haben Sie schon realisiert, was mit Ihnen passiert?
Nein, wahrscheinlich nicht. Bisher hatte ich auch keine Zeit, darüber nachzudenken. Über Weihnachten werde ich ein paar ruhige Tage haben. Dann kann ich alles verarbeiten.

Im Frühling werden 160 Millionen Leute vor dem TV sitzen, wenn Sie singen!
Ja, der Gedanke daran lässt mich schon erschaudern. Aber ganz ruhig, der Contest ist erst im Mai. Ich weiss, dass ich mich auf meine Stimme verlassen kann. Und ich weiss, dass ich mein Bestes geben werde. Den Rest werde ich ausblenden.

Sie sprechen die Sache mit Ihren Dessousbildern für ein Basler Modelabel an, die Sie nicht veröffentlichen wollen.
Ich schäme mich nicht für diese Bilder, überhaupt nicht. Aber sie sind nicht relevant. Und es stimmt auch nicht, dass ich die Veröffentlichung verhindert habe, wie man lesen konnte. Das Label, für das ich vor mehr als fünf Jahren ein paar Fotos im BH gemacht habe, hat diese Bilder nicht rausgegeben, zu meinem Schutz. Das finde ich gut so. Und fertig.

Im Internet wurde der Vorwurf laut, Ihr Song sei abgekupfert.
Ich kannte besagten Song vor dieser Geschichte nicht, ich finde nicht, dass er ähnlich ist wie mein Lied, insofern ist auch dies nicht relevant.

Sie werden jetzt überall mit Lena Meyer-Landrut verglichen, die am ESC für Deutschland triumphiert hat. Nervt das?
Nein. Es ist doch cool, mit ihr verglichen zu werden, immerhin hat sie den Contest gewonnen. Ich finde Lena toll und freue mich, sie kennen zu lernen. Ich weiss aber sehr gut, dass ich ich bin und nicht Lena.

War der ESC schon immer ein Traum von Ihnen?
Ich wollte immer singen, das ist eigentlich alles. Dass ich nun am ESC teilnehme, ist wunderbar, aber von einem lang gehegten Traum kann man nicht reden. Ich war jedenfalls keines dieser Kinder, die mit ihren Eltern alle Jahre wieder den ESC angeschaut haben.

Sie haben eben in Bern gesungen. Haben Sie einen Bezug zur Stadt?
Ich war schon oft hier und habe hier auch schon Strassenmusik gemacht. Ich finde Bern knuddelig. Besonders cool finde ich die vielen Laubenkeller. So etwas gibt es in Basel nicht.

Was tut Anna Rossinelli in zehn Jahren?
Keine Ahnung. Ich weiss, dass immer irgendwo eine Türe aufgeht und wieder eine zu. Das Wichtigste ist, dass man glücklich ist. Das war ich vor der Sache mit dem Song Contest, das bin ich jetzt. Und das werde ich auch in zehn Jahren sein.