Enttäuschung
Oper in Basel abgesagt: Insolvenz lässt Aida-Tournee ins Wasser fallen

Die Aufführung der Verdi-Oper, die am Samstag in Basel hätte stattfinden sollen, wurde erst um ein Jahr verschoben und nun ganz abgesagt. Enttäuschte Kartenbesitzer bleiben wohl auf ihren Kosten sitzen.

Delphine Conzelmann
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So hätte es im St. Jakob-Park aussehen können: "Aida"-Aufführung in der Arena von Verona. (Archivbild)

So hätte es im St. Jakob-Park aussehen können: "Aida"-Aufführung in der Arena von Verona. (Archivbild)

Keystone/AP Arena di Verona/

«Zu vertrauen ist gut, nicht zu vertrauen ist besser», das soll der italienische Komponist Giuseppe Verdi einst gesagt haben. Basler Verdi-Fans, die sich ein Ticket für die Oper «Aida» unter der Inszenierung des spanischen Star-Tenors Plácido Domingo gekauft haben, das ursprünglich am Samstag im St. Jakob-Park hätte stattfinden sollen, hätten diesen Rat gut gebrauchen können. Denn im Mai musste der Veranstalter, die Deutsche «Art & Entertainment Live GmbH» am Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz anmelden.

Im April wurde die geplante Tournee auf den Sommer 2018 verschoben. Nun ist klar, dass sie ganz geplatzt ist. Die doppelt enttäuschten Kartenbesitzer bleiben, zumindest vorerst, auf ihren Kosten sitzen. Ihr Ticket an der Verkaufsstelle zurückgeben können die Kunden nämlich nicht: In einem Schreiben hat das Ticketportal Ticketcorner seine Kunden an den Insolvenzverwalter des Veranstalters verwiesen.

Geprellte brauchen Geduld

Dabei handelt es sich um die Düsseldorfer Anwaltskanzlei «AndresPartner», die laut einer Medienmitteilung ihrerseits ebenfalls nicht viel mehr tun kann, als vertrösten: Eine Rückerstattung könne ohnehin «nicht sofort» erfolgen. Worauf man im Falle einer Zahlung überhaupt hoffen könne, «das kann heute noch niemand sagen». Mindestens bis Ende des Insolvenzverfahrens sei aus rechtlichen Gründen eine Rückerstattung nicht möglich.

Wer trotz geringen Chancen nicht aufgeben will, dürfte sich daher einige Jahre gedulden müssen. «Ticketcorner» rät im offiziellen Schreiben, diese Geduld aufzubringen: Die Kunden sollen ihre Tickets für die Geltendmachung von Ansprüchen bei sich aufbewahren und nicht an der Vorverkaufsstelle abgeben oder an «Ticketcorner» einsenden.

Geringe Chancen auf Rückerstattung

Gegenüber der «Basler Zeitung» sagte Mediensprecher Stefan Epli, man werde sich auch seitens «Ticketcorner» juristisch beim Veranstalter für eine Rückerstattung einsetzen.

Bereits jetzt können sich Kunden selbst unter der E-Mail-Adresse AELIVE@andrespartner.de mit Namen, Adresse und der Höhe ihrer Forderung registrieren lassen. Sobald mit der Insolvenzeröffnung, die auf August 2017 angesetzt ist, auch eine formale Forderungsanmeldung möglich ist, werden die so registrierten Kunden nochmals persönlich über das weitere Vorgehen informiert.

Im Gespräch mit der «Basler Zeitung» rät auch die Geschäftsleiterin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz zu einer Anmeldung der Forderungen, ist dabei allerdings wenig optimistisch: Besonders weil das Verfahren im Ausland geführt werde, seien die Chancen für Schweizer Kunden sehr gering.

Bis zu 198 Franken pro Ticket wären im schlimmsten Fall verloren. Im besten Fall würde ein anderer Veranstalter die Produktion übernehmen und Ersatzkonzerte organisieren.

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