Frau Mai, Sie haben im Mai geheiratet. Weshalb gerade auf Mallorca?

Vanessa Mai: Die Familie meines Mannes besitzt dort eine Familienfinca, auf der wir immer alle zusammen Urlaub machen und wo er mir den Antrag gemacht hat.

Was hat sich bei Ihnen von der Hochzeit besonders eingeprägt?

Der Moment, als mich mein Papa zum Altar führte und mich alle ansahen. Das kam mir vor wie in Zeitlupe. Ich dachte: «Kuckt nicht so, ich will einfach nur heiraten! Ist das nicht witzig, wo ich doch sonst so gerne im Mittelpunkt stehe?

Vanessa Mai - Ich sterb für dich

Wie gut können Sie Beruf und Privatleben noch trennen, wo Ihr Manager Andreas Ferber nun sogar Ihr Ehemann ist?

Gar nicht, der Übergang ist bei uns fliessend. Da die Musik unsere Leidenschaft ist, beschäftigen wir uns täglich 24 Stunden mit ihr. Ich sehe darin keinen Nachteil. Ich finde es sogar sehr schön, zusammen zu leben und zusammen zu arbeiten. Wir haben alle den gleichen Traum, wissen immer, was gerade läuft und wie der andere tickt. Für mich ist das perfekt.

Wie gut können Sie damit umgehen, wenn Andreas Sie als Manager kritisiert?

Ich habe kein Problem damit, fordere konstruktive Kritik sogar ein, denn sie bringt mich weiter. Ich kann mich immer noch irgendwie verbessern. Ich schaue mir deshalb auch die Videos an, die nach den Konzerten ins Netz hochgeladen werden. Das ist sogar das Erste, was ich tue, wenn ich in meinem Hotelbett liege! (lacht)

Der deutsche Schlager scheint momentan fest in Frauenhand. Wurden Sie von Andrea Berg und Helene Fischer inspiriert?

Auf jeden Fall. Helene war ein grosses Vorbild für mich. Ich habe all ihre CDs gehört und fand sie immer super. Aber ich wollte nicht so wie Helene sein, also begann ich den Schlager zu singen, wie ich ihn mir vorstelle, und meinen eigenen Weg zu gehen.

Tauschen Sie sich mit Ihrer Stiefschwiegermutter Andrea Berg über musikalische Themen aus?

Gar nie. Viele denken, dass wir uns oft treffen, aber das stimmt leider nicht. Und wenn wir uns mal sehen, reden wir über Privates und nicht über die Arbeit, obwohl ich vor ihrer Karriere einen Riesenrespekt habe.

Impressionen vom Schupfart Festival 2016:

Wie bewusst haben Sie eine Showbusiness-Karriere angestrebt?

Ich wollte das schon immer und war auch überzeugt, dass es klappen würde, wenn ich am Ball bleibe. Die Ausbildung zur Mediengestalterin machte ich nur zur Sicherheit und hätte nicht zu träumen gewagt, dass ich anschliessend bei Wolkenfrei einsteigen kann.

Kürzlich gingen angebliche Aussagen von Ihnen durch die Medien, dass Sie anders als Helene Fischer niemals Stadionkonzerte geben oder mehrmals hintereinander in der gleichen Halle auftreten würden. Wurde da eine Rivalität konstruiert oder ist es wahr?

Das stimmt überhaupt nicht. Ich sage in jedem Interview, dass es der Wahnsinn wäre, einmal in einer Arena wie der Berliner Waldbühne aufzutreten. Deshalb kann ich es nicht leiden, dass mir die Worte im Mund herumgedreht wurden, um daraus Schlagzeilen zu stricken.

Was hat Sie dazu bewogen, das neue Album wieder von Dieter Bohlen produzieren zu lassen?

Ich wollte einfach die besten Songs haben, und er hat mir dann welche gebracht, wo ich dachte: «Hey, wow!» Weil wir wollten, dass die Farben und Facetten des Regenbogens repräsentiert sind, zogen wir mit Lulou und Silverjam noch zwei weitere Produzenten bei.

Wie hat sich Ihr Einfluss auf die Songs verändert?

Es war schon bei «Für dich» so, dass jede Textzeile über meinen Schreibtisch ging. Wenn sie mir nicht gefiel oder zu mir passte, habe ich sie verändert, aber diesmal habe ich mit «Ich kann heut’ Nacht nicht schlafen» ein ganzes Lied geschrieben und bei anderen Songs geholfen. Inzwischen weiss ich auch viel besser, was ein Song für die Bühne braucht.

Sind Sie beleidigt, wenn ich behaupte, dass «Und wenn ich träum» klingt wie Modern Talking mit einer Sängerin?

Nein, überhaupt nicht. (lacht) Als ich das Demo hörte, habe ich gesagt, dass ich gerne noch die Modern-Talking-Chöre drauf hätte. Bei der Premiere am Flumserberg Openair haben die Leute sofort alle mitgesungen, obwohl sie das Lied nicht kannten. Das war eine schöne Bestätigung.

Sie haben gerade eine Botschaft aufs Handy aufgenommen. Kümmern Sie sich um alle Social Media selbst?

Ja, klar, Youtube, Twitter, Facebook und vor allem Instagram sind mein Ding. Für mich ist das keine Arbeit. Ich mache das gerne, bin ja ein iPhone-Kind.