Dann, wenn wir nicht den gewohnten Zugang zur bedeutenden Sammlung des Kunstmuseums haben, wird uns bewusst, welche Schätze wir in Basel haben. Die Meisterwerke zwischen dem Spätmittelalter und der Moderne, von den Meisterwerken des Amerbach Kabinetts bis zu jenen der Emanuel Hoffmann-Stiftung, sind uns normalerweise Tag für Tag zugänglich. Erst, wenn wir die von uns geliebten Kunstwerke nicht einfach besuchen können, erkennen wir, wie wir sie vermissen.

Um die Schätze während der Zeit der Renovation des Kunstmuseums in unserer Erinnerung zu halten, stellt die bz jede Woche das Lieblingsbild einer Basler Persönlichkeit vor – so lange, als das Haus wegen der Renovationsarbeiten geschlossen ist. Das heisst bis Mitte April 2016. Dann wird der in neuem Kleid erstrahlende renovierte Hauptbau gemeinsam mit dem prächtigen Neubau feierlich eröffnet.

Wir starten die Serie mit dem Lieblingsbild des Basler Theaterintendanten Georges Delnon. Er wählt Piet Mondrians «Composition no. I, avec rouge et noir» aus dem Jahr 1929 – eines der frühen geometrischen Werke des Begründers des «Néo-Plasticisme».

Composition no. I, avec rouge et noir - Piet Mondrian

Composition no. I, avec rouge et noir - Piet Mondrian

Längst nicht alles verschlossen

Aber natürlich müssen wir bis Mitte April 2016 nicht auf alle Originale des Kunstmuseums verzichten. Aus dem Hauptbau wird zwar sozusagen alle Kunst ausgeräumt – bis in rund einem Monat die 100 Bauarbeiter Besitz vom Kunstmuseum nehmen. Aber längst nicht alles verschwindet in den Aussendepots – im Gegenteil. Bereits in einer Woche eröffnet im Museum für Gegenwartskunst (MGK) – dem Zweithaus des Kunstmuseums – die Ausstellung «Cézanne bis Richter» mit den Meisterwerken der Moderne. Sie werden hier in neuen Zusammenhängen ausgestellt. Mit dieser Ausstellung will das Kunstmuseum zudem das im St. Alban-Tal liegende MGK noch stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Der Eintritt ins MGK ist bis Ende 2015 gratis.

Die Alten Meister «Holbein – Cranach – Grünewald» zügeln ins Museum der Kulturen und sind dort ab dem 11. April zu sehen. Dort liegt der «Tote Christus» und sind viele andere der grossen Werke des 16. Jahrhunderts zu bestaunen.

Zudem können die Werke der Basler Sammlung für manchen auch ein Grund sein, in Spaniens Metropole Madrid zu reisen. Ab 18. März zeigt das Museo Nacional del Prado «Ten Picassos from the Kunstmuseum Basel» und das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia «White Fire. The Kunstmuseum Basel Modern Collection». So bleiben wichtige Teile der Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich.