Kunstmuseum Bern

Raubkunst: Weiteres Werk aus Gurlitt-Kunstfund an Erben zurückgegeben

Das Kunstmuseum Bern ist Erbe des Kunstfunds Gurlitt und erforscht die Herkunft der Kunstwerke.

Das Kunstmuseum Bern ist Erbe des Kunstfunds Gurlitt und erforscht die Herkunft der Kunstwerke.

Am Dienstag wurde ein weiteres Werk aus dem Kunstfund Gurlitt an die Nachkommen des ursprünglichen Besitzers weitergegeben. Es handelt sich um eine Zeichnung des deutschen Künstlers Carl Spitzweg.

(agl) Auf Wunsch der Erben des ehemaligen Eigentümers Henri Hinrichsen ist die Zeichnung «Das Klavierspiel» an das Auktionshaus Christie's übergeben worden, wie das Kunstmuseum Bern am Mittwoch mitteilte. «Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir mit der Spitzweg-Zeichnung nun sämtliche bislang als Raubkunst identifizierten Bilder aus dem Kunstfund Gurlitt an die Nachkommen der Opfer zurückgegeben haben», wird die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters in der Mitteilung zitiert.

Die jüngst zurückgegebene Spitzweg-Zeichnung hat das NS-Regime im Jahr 1939 beim jüdischen Musikverleger Henri Hinrichsen beschlagnahmt und ging 1940 in den Besitz der Familie Gurlitt über, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Hinrichsen wurde 1942 in Auschwitz ermordet.

Insgesamt wurden bisher 14 Werke aus dem Gurlitt Kunstfund restituiert. Wie das Kunstmuseum Bern weiter schreibt, sind die Arbeiten aber noch nicht ganz abgeschlossen. Das Museum wurde 2014 von Cornelius Gurlitt als Alleinerbin eingesetzt. In dessen Haus und Wohnung wurden insgesamt 1556 Kunstwerke gefunden, die teilweise als Raubkunst des nationalsozialistischen Regimes identifiziert wurden.

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