Künzlis Playlist
Vor 50 Jahren: The Story of Hard Rock

Stefan Künzli
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Led Zeppelin mit Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page (rechts).

Led Zeppelin mit Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page (rechts).

Keystone

Hier die Botschaft der bedingungslosen Liebe, dort der wütende Jugendprotest. Der Gegensatz zwischen Hippie-Ära und 68er-Protestkultur wird bis heute unterschätzt. Dieser Bruch kann in der Musik nachgezeichnet werden und spiegelt sich im Übergangsjahr 1968. Die Verstärker wurden grösser, die Musik lauter und aggressiver. Rockmusik wurde zum wichtigsten Ausdrucksmittel der Gegenkultur. Zum Gradmesser und Seismografen des Protests gegen das politische Establishment und etablierte Kultur.

«You Really Got Me» der Kinks (1964), «Satisfaction» der Stones sowie «My Generation» von The Who (1965) kündigten den Wandel an. 1967 nahmen auch die Supergroup Cream und Jimi Hendrix Elemente des harten Rock vorweg, aber erst die vor 50 Jahren gegründeten Bands Deep Purple und Led Zeppelin verhalfen dem Hard Rock zum Durchbruch.

«Shades of Deep Purple», das unterschätzte Debüt der englischen Band unter der Leitung von Jon Lord, veranschaulicht den Wandel von Hippieseligkeit (One More Rainy Day) zu Hard Rock. Aufgenommen im Mai 1968, lieferten harte Stücke wie «Mandrake Root» und «Hush» die Bausteine für die Entwicklung des Hard Rock und Heavy Metal. Noch vor Led Zeppelin, Black Sabbath und «Helter Skelter».

Zur selben Zeit hatte Gitarrist Jimmy Page die Zeichen der Zeit erkannt. Er war damals der musikalische Leiter der Yardbirds, wollte der Band einen härteren Stil verpassen, konnte sich aber noch nicht gegen Plattenfirma und Sänger Keith Relf durchsetzen, die auf weichen Hippie-Folk wie «Ha Ha Said the Clown» setzten. Die Metamorhose der Yardbirds zur Hard- Rock-Band wurde erst im März 1968 in New York vollzogen.

Page spielte «Dazed & Confused», das späterere Paradestück von Led Zeppelin, und bearbeitete schon damals seine Gitarre mit Geigenbogen. Mit wütenden, wilden Gitarren-Exzessen drängte er sich in den Vordergrund und überforderte die Band völlig. Sie löste sich auf, Page behielt Namen-Rechte und vertragliche Verpflichtungen für eine Tour, für die er John Paul Jones, Robert Plant und John Bonham anwarb. Unter dem Namen The New Yardbirds spielten sie auch «Communication Breakdown» und «How Many More Times». Songs, mit denen das Quartett unter dem Namen Led Zeppelin wenige Monate später einen Wendepunkt in der Geschichte des Rock markierte. Hard Rock war geboren.

The Kinks: You Really Got Me (1964)

The Rolling Stones: Satisfaction (1965)

The Who: My Generation (1965)

Jimi Hendrix: Purple Haze (1967)

Cream: Tales of Brave Ulysses (1967)

Deep Purple: One More Rainy Day (1968)

Deep Purple: Mandrake Root (1968)

The Beatles: Helter Skelter (1968)

Yardbirds: Ha Ha Said The Clown (1967)

Yardbirds: Dazed & Confused (1968)

Led Zeppelin: Dazed & Confused (1969)

Led Zeppelin: Communication Breakdown (1969)

Led Zeppelin: How Many More Times (1969)