Kultband

Wegen Rammstein lernen sogar die Amis Deutsch

Till Lindemann, Sänger der deutschen Brachial-teutonen-Band Rammstein, bei seinem Konzert in Riga/Lettland im Mai 2010.

Rammstein

Till Lindemann, Sänger der deutschen Brachial-teutonen-Band Rammstein, bei seinem Konzert in Riga/Lettland im Mai 2010.

Sie gaben ihr erstes Konzert in New York. Die Amerikaner sind hingerissen. Rammstein ist auch dort Kult.

Im Madison Square Garden traten sie auf, jener Ort, der es mit 18 000 Zuschauern zu füllen gilt. Doch die Karten für das erste Rammstein-Konzert seit 10 Jahren war innert 30 Minuten ausverkauft, weiss die «Welt» zu berichten.

Rammstein: Pussy

Rammstein: Pussy

Der Sänger der deutschen Teutonen-Band, Paul Landers erklärt, dass die Band seit zehn Jahren nicht in den USA aufgetreten ist, liege schlicht daran, dass sie faul seien und «lieber in Manchester vor 20.000 als in Las Vegas vor 2000 Leuten» gespielt hätten. In New York, erzählt Landers, sind sie auch schon einmal vor nur acht Leuten tätig geworden: «Wir hatten kein Backstage und mussten uns in einer Toreinfahrt umziehen.»

Nazi-Ästhetik oder pure Provokation

Warum die Band in den USA so belibt ist, darüber haben sich schon manche den Kopf zerbrochen. Fast alle Analysen tendieren dazu, dass Rammstein etwas bediene, das dem amerikanischen Publikum fehle: Die Gelegenheit, die Faust zu recken und auf Deutsch zu singen. Martialisches Gehabe, Provokationen auf der Bühne, nackte Oberkörper, Schweiss und Texte von Sex und Gewalt einerseits. Andererseits, so schrieb die «Washington Post» deshalb, weil Deutsch zu Metal so zwingend passe wie ein britischer Akzent zu Punk und ein Midwest-Gnarl zum Country. Alles zusammen macht die wohl nicht nur für Amerikaner reizvolle Klischee der «Deutsche Härte» aus - Kritiker nennen es Nazi-Gehabe.

Provokation hin oder her: Rammstein ist die eroflgreicshte deutsche Band, auch im Ausland, ihre Live-Shows Kult. «In aller Unbescheidenheit: ich treffe ganz viele Leute, die wegen uns Deutsch lernen», sagt Paul Landers. Der Fremdspracheneffekt vernebelt manches, aber er führt auch zu interessanten Steigerungen: So wird aus «Sehnsucht» manchmal «Chainsaw», weil das ähnlich klingt und mehr zu den von Rammstein provozierten Projektionen passt. (cls)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1