Wie lassen Sie’s krachen? Nennen Sie uns Ihr Feuerwerk, und wir sagen Ihnen, wer Sie sind

1. August
Wie lassen Sie’s krachen? Nennen Sie uns Ihr Feuerwerk, und wir sagen Ihnen, wer Sie sind

Bilder: Keystone, Imago

Rakete starten, Höhenfeuer entzünden, oder doch nur Lampions aufhängen? Die meisten Eidgenossinnen und Eidgenossen haben am 1. August dezidierte Vorlieben. Das bezeichnet Ihren Charakter, mutmassen wir. Eine Typologie.

Anna Miller
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Rakete

Bilder: Keystone, Imago

Okay, klar, Elon Musk will auf den Mars, Sie wenigstens in den Provinzhimmel. Dafür haben wir vollstes Verständnis. Erst recht nach diesem kargen, harten Jahr! Nichts war Ihnen vergönnt. Dabei gehört das alljährliche Raketen-Ritual so sehr zu Ihrem Leben, dass Sie immer einen Haufen Ersatzraketen in der Garage horten. Rechtzeitig eingekauft, ist die halbe Miete. Seit die Rakete fast auf den Holzschuppen hinter dem Haus gefallen ist, haben Sie den Plan jedoch abgeändert. Jetzt fahren Sie mit Freunden auf ein abgelegenes Parkfeld und lassen dort die Sau raus. Wann denn sonst darf man noch Kind sein, in dieser ernsten Welt? Eben.

Vulkan

Bilder: Keystone, Imago

Raketen? Böller? Sind Ihnen viel zu angeberisch. Zu laut. Zu aggressiv. Auch Sie wollen ab und an hoch hin­aus, aber ein bisschen kontrolliert. Komasaufen liegt Ihnen genauso wenig wie Luxusferien auf den Malediven. Stattdessen schätzen Sie Rituale und Routine, feiern Feste, wie sie kommen, und wenn Silvester mal ins Wasser fällt, weil Sie gerade eine Autopanne haben, ist das zwar ärgerlich, aber verkraftbar. In den Aquarellmalkurs gehen Sie dann doch nicht mit, er ist eher ­etwas für den Lampion-Typ. Bei ­Ihnen sprühen schliesslich Funken! Die tanzen, logisch, so elegant und sinnlich in den Abendhimmel wie Sie.

Böller

Bilder: Keystone, Imago

Wenn Sie Böller benutzen, sind Sie höchst wahrscheinlich minderjährig oder in der Midlife-Crisis. ­Anders lässt sich Ihr Faible für Knall ohne Zauber wirklich nicht er­klären. Wir wären ja geneigt, Sie mit Rasern, Posern und Red-Bull-Trinkern in einen Topf zu werfen. Aber das wäre nicht ganz fair. Wir verstehen schon: Am 1. August darf’s auch mal sinnlos knallen. Und das Spiel mit dem Feuer, das ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch bitte, lassen Sie doch in den nächsten Strandferien das kurz­ärmelige Hemd im Schrank. Und: Flipflops gehören noch immer nicht ins Büro.

Lampion

Bilder: Keystone, Imago

Sie sind eine warmherzige, sanftmütige Person. Mögen Familienfeste im kleinen Rahmen, ab und an einen Arthouse-Film und ganz viel dänisches Hygge-Gefühl, wenns kalt wird. Wer könnte dem sanften Licht des Lampions auch widerstehen? Sie schätzen diese Art der Terrassen-Romantik mindestens genauso sehr wie die vielen Teelichter, die im Winter Ihren Badewannenrand säumen. Sollen Ihre Nachbarn doch auftrumpfen! Dramatisch grosse Schweizer Fahnen vom Dach hängen! Sie wissen eben auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.

Unser Tipp: Verzichten Sie nicht auf Altbewährtes, doch wagen Sie sich dieses Jahr auf Neuland. Zum Beispiel eine Feuerschale oder Fackeln im Garten oder auf der Terrasse sorgen für authentisches, warmes Licht, wärmen neben dem Herzen auch ein paar Füsse, wenns spät wird, und passen in Ihr Konzept von Natürlichkeit.

Höhenfeuer

Bilder: Keystone, Imago

Sie bräuchten den 1. August eigentlich nicht, um das für Sie perfekte Abendprogramm auszusuchen: mit Rucksack und Familie auf den Berg. Echte Schweizerinnen und Schweizer kennen das Ritual im Schlaf: Cervelat einritzen, aufspiessen, übers Feuer halten, mit Senf (oder ohne) und Rivella auf die Picknickdecke und hoffen, dass die Kleinen nicht aufbleiben wollen, bis die letzte Glut erloschen ist.

Immerhin müssen Sie diesmal das Feuer nicht selbst entfachen, alles durch die Gemein­de schon geregelt. Klar, dafür oberflächliche Gespräche mit Nachbar Fredi, nett lächeln und ihm wieder nicht sagen können, dass er gefälligst sonntags nicht mehr den Rasen mähen soll, während Sie Siesta machen. Aber sonst: Alles schweizerisch-wohlig, wie immer. Und deshalb ganz nach Ihrem Geschmack.

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