Innovation
Apple bringt neues iPad mit programmierbarer SIM-Karte auf den Markt

Das neue iPad hat eine Funktion, mit der sich zwischen Netzbetreibern wechseln lässt. Es ist eine Revolution, gegen die sich die Telekom-Branche längst gewehrt hat. Denn mit der neuen Sim-Karte liessen sich teure Roaming-Gebühren vermeiden.

Drucken
Teilen
Das neue iPad fasziniert

Das neue iPad fasziniert

Keystone

Gestern Abend hat Apple ohne wirklich grosses Aufsehen das neue iPad vorgestellt. Das neue Wunderding aus Cupertino wurde lediglich als «das dünnste Tablet auf dem Markt» gelobt.

Doch im neuen iPad versteckt sich viel mehr – eine interessante Funktion, die das Geschäft der Telekom-Branche umkrempeln könnte: Das neue iPad hat eine programmierbare SIM-Karte, mit der man zwischen verschiedenen Netzbetreibern wechseln kann.

Dies geht aus den Informationen zum iPad Air 2 auf Apples Website hervor. Das neue System funktioniert zunächst nur bei insgesamt vier Mobilfunk-Anbietern in den USA und Grossbritannien. Weitere Netzbetreiber und Regionen dürften aber folgen. Bei der Präsentation des neuen iPads am Donnerstag war die Funktion nicht erwähnt worden.

Und die Schweiz?

Das Prinzip der Multi-SIM-Karte erscheint aus Nutzersicht bestechend. Noch ist das neue Feature aber auf die Apple-Kunden in den USA und Grossbritannien beschränkt. Wann die Apple SIM in der Schweiz Einzug hält, ist offen. Swisscom erklärt auf Anfrage, dass die Standardisierung der sogenannten eSIM-Technologie noch nicht abgeschlossen sei. Man schaue sich diese sehr genau an und bereite sich darauf vor. «Die Lösung von Apple ist ein Zwischenschritt in diese Richtung», teilt die Medienstelle mit. Swisscom schaue es mit mehreren Geräte-Herstellern an. Wann damit in der Schweiz zu rechnen ist, könne man derzeit noch nicht sagen. «Gespräche laufen parallel zum Standardisierungsverfahren.» (dsc/watson.ch)

Die Funk-Anbieter wehren sich

Solche per Funk umprogrammierbaren SIM-Karten waren schon vor einiger Zeit entwickelt worden. Sie kamen bisher aber eher bei Autos mit Internet-Anschluss zum Einsatz. Dahinter steckt die Idee, dass man keine Chips wechseln muss, wenn die Fahrzeuge in verschiedene Weltregionen geliefert werden.

In Branchenkreisen war schon seit einiger Zeit zu hören, dass Apple solche SIM-Karten gern in seinen Geräten einsetzen würde, aber sich Mobilfunk-Betreiber dagegen gestemmt hätten. Diese legen demnach Wert darauf, die Beziehung zum Kunden über die Ausgabe der kleinen Chips unter Kontrolle zu behalten.

Die Sorge der Betreiber sei, dass die Kunden mit einer umprogrammierbaren SIM-Karte viel häufiger den Netzbetreiber wechseln würden. Auf diese Weise liessen sich Roaming-Gebühren vermeiden, wenn man in einem anderen Land unterwegs ist. (sda/sha)

Apple stellt das iPad Air 2 vor
6 Bilder
Ein Tablet mit Traummassen: 6,1 Millimeter hoch und 437 bis 444 Gramm schwer.
Durch die Anti-Reflexions-Schicht soll das iPad Air 2 56 Prozent weniger spiegeln.
Die Kamera des neuen Tablet mit 8 Megapixel kann Videos in Full-HD aufzeichnen.
Das iPad Air 2 mit 16 GB gibts für 549 Franken, jenes mit 64 GB für 659 Franken und das mit 128 GB für 769 Franken. Das iPad 2 Air mini kostet zwischen 439 und 659 Franken.
Die neuen Tablets von Apple.

Apple stellt das iPad Air 2 vor

Keystone

Aktuelle Nachrichten