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BaZ-Autor bezeichnet Merkel «als Amtskollegin von Hitler»

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Parlament in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Parlament in Berlin.

Fassungslosigkeit löst der Kommentar «Deutsche Gründlichkeit» von David Klein in der Basler Zeitung aus. Besonders, weil der NZZ-Verwaltungsrat den BaZ-Chefredakteur, Markus Somm, gerne als Chef ihres Blattes gesehen hätte.

Die Flüchtlingsdebatte erreicht einen neuen Tiefstand: David Klein, Autor der Basler Zeitung und Basler Jazzmusiker, thematisiert in seinem Kommentar «Deutsche Gründlichkeit» über das Flüchtlingsthema und zieht einen Vergleich zwischen der heutigen deutschen Politik und jener des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Abdruck dieses Kommentars im Blatt stösst BaZ-Chefredakteur, Markus Somm, viele vor den Kopf.

David Klein überschreitet mit seinem Kommentar viele Grenzen. Der Vergleich zwischen der heutigen Flüchtlingskrise und dem faschistischen Regime unter Adolf Hitler schlägt vielen auf den Magen. So auch Peer Teuwsen, Leiter publizistischer Projekte bei der Neuen Zürcher Zeitung.

Auf Facebook äussert er sich zur besagten Publikation – «So etwas steht in der Zeitung, die ein Mann verantwortet, den ein paar als Chefredaktor der NZZ sehen wollten»:

Peer Teuwsens Beitrag auf Facebook zum BaZ-Artikel.

Peer Teuwsens Beitrag auf Facebook zum BaZ-Artikel.

Mit diesem Beitrag löst Teuwsen sogleich eine hitzige Diskussion aus. Mit Schlagworten, wie «fassungslos», «unfassbar», «geschmacklos» oder «verleumderisch» beschreiben die Kommentatoren dezent, was der Artikel von Klein bei ihnen auslöst.

Merkel "als Amtskollegin von Hitler". Ich muss sagen, dass mir hierfür wirklich die Worte fehlen. Peer Teuwsen erinnert...

Posted by Anna Handschuh on Thursday, September 10, 2015

Anna Handschuh zum BaZ-Kommentar von David Klein

Kleins zweiter Streich

Es ist nicht das erste Mal, dass BaZ-Autor David Klein die ethisch-moralische Grenze überschreitet. Am 23. August hat das Basler Strafgericht den Jazzmusiker zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Grund: Rassendiskriminierung.

Zu einem Video, das Gewalt von arabischen Jugendlichen gegen orthodoxe Juden zeigt, hatte er auf auf Facebook Muslime als «Abschaum, verkommenes Pack» und «die Nazis von heute» bezeichnet.

Laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» habe das Gericht Kleins Verschulden «etwas relativiert», weil er als Jude im Holocaust selbst Familienangehörige verloren habe und dessen Empörung über den Film verständlich sei. Klein will gegen das Urteil einen Appell einreichen.

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