Streitgespräch

ETH-Professor zu Handy-Strahlung: «Ich verstehe diesen Mais um 5G nicht»

5G - Grosser Fortschritt oder Strahlenexperiment?

Mehr Möglichkeiten oder Grund für undefinierte Gesundheitsprobleme? ETH-Professor Jürg Leuthold und Elektrosmog-Bekämpfer Josef Peter im TV-Streitgespräch.

Grosser Fortschritt oder Strahlenexperiment mit ungewissem Ausgang? Ein TV-Streitgespräch zur neuen Mobilfunktechnologie.

Neue Möglichkeiten, neue Arten zu Kommunizieren und das in besserer Qualität. Laut ETH-Professor Jürg Leuthold verspricht die neue Mobilfunktechnologie 5G so einiges. Das sehen auch die Schweizer Mobilfunkanbieter so. Marktführer Swisscom will bis Ende Jahr 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung damit versorgen.

5G weckt aber auch Ängste. Es geht darum, was die Handystrahlen mit unserem Körper machen. In vielen Landesteilen und auch in Bundesbern sind Skeptiker und Gegner laut geworden.

Weltweites Moratorium der 5G-Technologie verlangt

Weltweites Moratorium der 5G-Technologie verlangt

Die Bürgerbewegung «Parlerpartout» machte Anfang März vor dem Bundeshaus in Bern auf die Risiken der 5G-Technologie in der Schweiz aufmerksam. 

Einer dieser Gegner ist Elektrosmog-Bekämpfer Josef Peter. Er war zusammen mit ETH-Professor Jürg Leuthold zu Gast in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri. Seine Forderung: «Man muss diese Technologie menschenkonform machen.» Sprich: die Strahlen minimieren.

«Gestörte Zellkommunikation»

Zudem sei nicht klar, wie sich diese langfristig auf den menschlichen Organismus auswirken würden. «Ich kann nicht sagen, wie, aber ich weiss, dass die Zellkommunikation gestört ist.»

Man befinde sich in einem «Versuchsstadium». Peter spricht von unerklärlichen Hautproblemen, Schlafproblemen und undefinierten Gesundheitsproblemen. Diese hätten mit der Handystrahlung, aber etwa auch mit der Strahlung von WLAN-Netzen zu tun. «Das Zusammenspiel der Strahlung ist meiner Erfahrung nach das Problem, nicht die einzelne Strahlung.»

Wohnen Sie neben einer 5G-Antenne?

Wohnen Sie neben einer 5G-Antenne?

In der Schweiz sind bereits über 300 5G-Antennen installiert. Sie sind jedoch noch nicht alle in Betrieb. Auf der Website des Bundesamtes für Kommunikation sind alle Telefonantennen markiert, jene, die 5G übertragen, aber auch 3G- oder 4G-Antennen. Die 5G-Antennen von Swisscom, die seit 17. April in Betrieb sind, senden aber vorerst noch auf 4G+ Frequenzen. An 102 Standorten in 54 Ortschaften wie Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne, soll 5G in Betrieb genommen werden. In den vergangenen Wochen haben die Kantone Waadt, Genf und Jura den Bau neuer Antennen sistiert.

Wissenschaftler Jürg Leuthold hat wenig Verständnis für diese Angst: «Ich verstehe diesen Meis ums 5G nicht ganz.» Je höher die Strahlung, desto weniger würde diese ins Gewebe eindringen. Zudem sei es mit der neuen Technologie möglich, die Strahlung zu lenken und je nach Distanz oder Gebrauch auch zu dosieren. «Wäre ich elektromagnetisch empfindlich, wäre ich begeistert über das, was kommt.»

«Heildende Wirkung»

Leuthold gibt zu, dass noch nicht jede Situation, in der sich die neuartige Handystrahlung auf den Menschen auswirkt, reproduzierbar sei.

Bis zu 1000 Studien hätte man an der ETH geprüft, deren Resultate teilweise weit auseinander gehen. «Es gibt sogar solche, die sagen, elektromagnetische Strahlung habe heilende Kräfte, andere sagen genau das Gegenteil.»

Einen Konsens gebe es allerdings über alle Studien hinweg: «Je mehr Probanden eingeschlossen worden sind, desto weniger Effekte wurden sichtbar.» Für ihn den Wissenschaftler ist klar: Die Angst vor dem Unbekannten sei das einzig Gefährliche an 5G. (smo)

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Jürg Leuthard und Josef Peter in voller Länge:

5G - Gesundheitsrisiko oder harmlos und nötig?

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