Kennen Sie das: Nach einem anstrengenden Arbeitstag nehmen Sie Ihr Smartphone hervor und möchten Facebook checken. Und dann das: Der Hansi hat schon wieder ein neues Statusupdate gepostet. Einmal ein Bild seiner Hauskatze Schnurli, dann ein Kommentar wie «Hey, dieser Song ist voll cool!» mit einem Youtubevideo eines Songs, der schon lange wieder aus der Hitparate gepurzelt ist und heute eine Einladung für ein sinnloses Spiel.

Das Schweigen der Web 2.0-Lämmer

Sollte Ihnen dies bekannt vorkommen, dann sind Sie wohl auch ein Lurker. «Lurker» (engl. «to lurk», belauschen) sind Menschen, die eine Plattform wie Facebook nur passiv benutzen, also nur lesen ohne zu schreiben. Und von diesen gibt es immer mehr.

Eine Deutsche Studie hat herausgefunden, dass 55% aller Facebook-Benutzer mehrheitlich liest und nicht schreibt. Für eine Socialmedia-Plattform wie Facebook ist dies fatal. «Eine bedrohliche Entwicklung für Facebook, denn Soziale Netzwerke leben vor allem von den Beiträgen der Usern», warnt Dr. Roland Heintze, Herausgeber der Studie und er führt aus: «Ein Verlust aktiver User bedeutet den Verlust von Inhalten - und langfristig wird ein Schwund an interessanten Inhalten auch immer einen Schwund an Usern zur Folge haben.» Wird also Facebook bald zu einem Friedhof mit Kommentarfunktion?

Google+ triumphiert (bescheiden)

Noch sieht es für Facebook aber nicht so schlecht aus. Immerhin 93 Prozent aller Social-Media-User in Deutschland benutzen Facebook in ihrer Freizeit. Damit liegt Facebook immer noch auf Platz 1 aller Web 2.0-Dienste. Und ein weiterer Trost: Allen anderen Plattformen geht es genau so. Nur Google+ konnte seine wenigen aktiven Benutzer stabil halten.