Gletscherschmelze

Gewaltiger Felssturz befürchtet: Hier sind 150 Millionen Kubikmeter in Bewegung

150 Millionen Kubikmeter Gestein könnten sich am Aletschgletscher lösen

«Wenn alles abbricht, wird das fünfmal so gross wie der Bergsturz von Goldau», sagt der Geologe Hugo Raetzo vom Bundesamt für Umwelt.

Rund um den Aletschgletscher installieren Geologen ein neues Messsystem, sogenannte «Geophone». Sie wollen damit den Hangrutsch messen und Gefahren besser und schneller beurteilen können. An einigen Stellen verschiebt sich das Gelände bis zu einen Meter pro Jahr.

Im Aletschgebiet ist der Boden in Bewegung. Grund: die Gletscherschmelze. Wenn das Gewicht des Eises fehlt, befinden sich die Hänge im freien Fall. Bis zu 70 Zentimeter täglich haben sie sich im vergangenen Herbst verschoben.

Auf der Moosfluh installieren derzeit Geologen ein Messsystem, um die Hangrutsche unter Kontrolle zu bekommen. Es sind zwölf sogenannte «Geophone», die in den Fels horchen und so die Erschütterungen messen. «Das sind wie kleine Erdbeben», sagt Hugo Raetzo vom Bundesamt für Umwelt. 

Schliesslich besteht im Aletschgebiet die Gefahr eines gewaltigen Felssturzes. 150 Millionen Kubikmeter sind laut den Raetzo insgesamt in Bewegung. «Wenn alles abbricht, wird das fünfmal so gross wie der Bergsturz von Goldau.»

Dennoch ist das laut dem Walliser Naturgefahren-Beobachter Peter Schwitter kein heikles Problem: «Es ist keine Gefahr für Leib und Leben, da das Gebiet unter dem Hang kein Siedlungsgebiet ist.»

Die Gondelbahn rutscht mit

Ein Risiko ist der Hangrutsch aber für die Bergbahn, die auf die Moosfluh führt. Doch da ist bereits beim Bau vorgesorgt worden. «Die Bergstation befindet sich auf einer grossen Betonwanne, die wir mit dem Gelände mitlaufen lassen», sagt Valentin König, CEO der Aletsch-Gletscherbahnen.

Bis zu elf Meter kann der Hang so rutschen, ohne, dass die Gondelbahn in Mitleidenschaft gezogen wird. König rechnet so mit weiteren 25 Jahren problemloser Betriebszeit. «Ohne diese Konstruktion hätten wir bereits heute keine Bergbahn mehr», so König.

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