Geduld gefragt

iOS 7-Update legt Apple Server lahm: Wartezeiten bis zu 22 Stunden

Das flache Design und die grössere Schrift sind die augenfälligsten Veränderungen beim neuen Betriebssystem von Apple.

Das flache Design und die grössere Schrift sind die augenfälligsten Veränderungen beim neuen Betriebssystem von Apple.

Als «grösste Veränderung seit Bestehen des iPhones», kündigte Apple-Chef Tim Cook sein neues mobiles Betriebssystem iOS 7 an. Am Mittwochabend gab Apple das System zum Download frei – Geduld und Ausdauer waren gefragt.

Kurz nach der Freigabe des Downloads verspricht das Gerät eine Wartezeit von sieben Minuten, schon bald korrigiert sich diese aber deutlich nach oben. Nach einer halben Stunde ist Schluss: Eine Fehlermeldung beendet den Download.

Kein Wunder: Über 600 Millionen iOS-Geräte hat Apple bis im Juni dieses Jahres verkauft, 93 Prozent davon laufen mit der bis dahin aktuellen Systemversion 6. Viele Nutzer wollten ihr Gerät sofort wieder auf den neusten Stand bringen. «Die Veröffentlichung der Apple-Software wird die Infrastruktur des mobilen Internets weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen bringen», warnte der Verband der deutschen Internetwirtschaft am Nachmittag.

Schliesslich hielt das Internet dem Anlauf stand, anders als der Update-Server von Apple. Bis zu 22 Stunden beträgt die Ladezeit um Mitternacht, das Starren auf den Ladebalken nimmt kein Ende.

Wer Hilfe braucht, kommt auch nicht weiter: Das Supportforum von Apple brach unter der Last der vielen verärgerten Meldungen der User zusammen.

Nur wenige Glückliche kommen vor dem Morgengrauen durch: Ein letzter Blick auf das vertraute Design, dann wird der Bildschirm schwarz, der angebissene Apfel leuchtet auf und wenige Minuten später wird der Nutzer in mehreren Sprachen freundlich begrüsst.

Leichtere Kontrolle

Mehr als 200 neue Änderungen verspricht Apple mit iOS 7, nicht nur die Technik ist davon betroffen. Auf den ersten Blick fällt vor allem das flache Design auf. Die Icons sind neu gestaltet, die Schrift grösser; ein gewagter und gewöhnungsbedürftiger Schritt von Designer Jonathan Ive.

Eine augenfällige Änderung ist auch das neue Kontrollzentrum. Mit einem einfachen Fingerwisch lässt sich die Musikwiedergabe kontrollieren, WLAN, Bluetooth und Taschenlampe einschalten und die Display-Helligkeit verändern. Dafür war bisher ein komplizierter Ausflug ins Menü notwendig. Fraglich, warum Apple für die Einführung des Kantrollzentrums so lange gebraucht hat.

Hilfreich ist auch das neue Multitasking, bei dem die Apps als Vorschau verkleinert dargestellt werden. Zudem aktualisieren sich die geöffneten Apps im Hintergrund automatisch. Die Akku-Laufzeit wird sich freuen.

Wach bleiben für Apple

Früher brauchte es die Mondlandung oder die legendären Boxkämpfe von Muhammed Ali, die uns am Schlafen hinderten. Heute sind ist es Apple-CEO Tim Cook.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1