Gesundheit

Weltsensation am Zürcher Kinderspital: Chirurg operierte 12 Föten

Operationen an ungeborenen Kindern nehmen zu. Dabei schaut die Welt an das Zürcher Kinderspital. Dort hat ein Chirurg schon 12 Föten erfolgreich operiert.

Martin Meuli ist einer von rund 15 Chirurgen weltweit, die Operationen an ungeborenen Kindern durchführt. Bereits 12 Föten hat er operiert.

«Es gibt einen Trend zu mehr pränatalen Operationen, allerdings lässt sich das statistisch aufgrund der wenigen Fälle nicht eindeutig festmachen», erklärt der Chirurg gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Etwa jedes tausendste Kind ist von der Fehlbildung Spina bifida betroffen, einem offenen Rücken. Dank der Operation noch im Mutterleib können die Beschwerden und die Behinderung Minimiert werden.

In Zürich wurde das Verfahren vor drei Jahren zum ersten Mal ausserhalb der USA nach den strengen Standards durchgeführt, die aus der sogenannten MOMS-Studie hervorgingen.

Wie erfolgreich die Eingriffe in der Schweiz bisher waren, kann Meuli noch nicht im Detail erläutern. Die Fallzahl sei noch zu klein und die Beobachtungszeit zu kurz: «Ich kann aber sagen, dass wir auf einem ähnlich guten Weg sind wie unsere Kollegen, die die Studie in Amerika durchgeführt haben.»

Die Notwendigkeit einer Wasserkopfoperation habe sich halbiert, die meisten Kinder zeigten eine klar bessere Beinbeweglichkeit und die Blasenfunktionsstörungen scheinen weniger ausgeprägt.

Zürich arbeitet eng mit dem weltweit führenden Zentrum für pränatale Chirurgie in Philadelphia zusammen. Bei den ersten Operationen assistierte ein amerikanischer Speziallist, der auch jetzt noch in beratender Funktion bei jeder Operation anwesend ist.

Möglich wären noch weitere Operationen am Fötus: Beispielsweise könnte das Team in Zürich auch einen bedrohlichen Lungentumor vor der Geburt entfernen.

Bis jetzt kam es zu einzelnen Beratungsgesprächen, aber noch zu keiner Operation. «Das ist zum Glück noch viel seltener. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis wir auch eine solche Operation durchführen», sagt Meuli.

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