Weisse Blutkörperchen namens T-Zellen sind jener Teil des Immunsystems, der fremde Zellen im Körper - also Krankheitserreger - erkennt und unschädlich macht. Gegenüber körpereigenen Zellen müssen sie aber loyal sein, sonst droht eine Autoimmunkrankheit wie multiple Sklerose, Diabetes oder rheumatoide Arthritis.

Deshalb durchlaufen T-Zellen während ihrer Entwicklung in der Thymusdrüse verschiedene Tests. Über bestimmte Andockstellen an der Zelloberfläche binden sie sich an körpereigene Moleküle. Fällt diese Bindung zu stark aus, könnte die T-Zelle gefährlich werden. Also wird eine negative Selektion ausgelöst und die Zelle stirbt ab.

Wie diese Selektion gesteuert wird, haben nun Ed Palmers Arbeitsgruppe an der Universität und am Unispital Basel und Kollegen aus Cambridge (USA) und Cardiff (UK) aufgeklärt, wie sie im Fachjournal "Cell" berichten. Mit einem aus experimentellen Daten erstellten Computermodell konnten sie zeigen, dass vor allem die Zeit, wie lange eine T-Zelle an den körpereigenen Molekülen haftet, eine Rolle spielt.

Molekulare "Stoppuhr"

Diese Verweildauer wird über eine Art molekularer "Stoppuhr" gemessen: Haftet eine T-Zelle mehr als vier Sekunden am Molekül, ist sie gefährlich und wird eliminiert. Bleibt sie weniger als vier Sekunden haften, darf sich die Zelle weiterentwickeln. Sie hat die Loyalitätsprüfung bestanden.