Die von Ihnen beschriebenen Symptome könnten in der Tat einer Migräne entsprechen. Die Migräne ist häufig und durch wiederkehrende, mindestens mittelstarke Kopfschmerzen gekennzeichnet. Diese sind typischerweise von Rückzugtendenz, Lärm- und Lichtempfindlichkeit begleitet. Die Symptome können unbehandelt von vier Stunden bis zu drei Tagen andauern. Die meisten Betroffenen können sich selber richtig diagnostizieren.

Es gibt jedoch Fälle, wo die Migräne-Kopfschmerzen als «normale» Kopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen fehlinterpretiert werden. Das ist vor allem der Fall, wenn die bekanntesten Begleitmerkmale wie zum Beispiel die einseitige Lokalisation nicht im Vordergrund stehen.

Die Diagnose einer Migräne kann gestellt werden, wenn zwei der folgenden vier Kriterien erfüllt sind: 1. einseitige Lokalisation, 2. pochender Charakter, 3. mittelstarke oder starke Schmerzintensität, 4. Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten, und wenn ein typisches Begleitsymptom vorliegt: Übelkeit oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Diagnose unterstützen auch typische Auslöser der Kopfschmerzen wie Alkohol, Schlafmangel, Wetterwechsel oder bei Frauen die Menstruation. Darüber hinaus treten bei einigen Migräne-Betroffenen kurzfristige neurologische Symptome vor den eigentlichen Kopfschmerzen auf, typischerweise in Form von Sehstörungen (beispielsweise Flimmern). Das wird von den Ärzten als «Aura» bezeichnet.

Wann muss ich einen Arzt für meine Migräne aufsuchen?

Generell muss jeder Kopfschmerz, der seinen Charakter ändert, von einem Arzt, am bestem einem Neurologen, untersucht werden. Falls Sie an mindestens vier bis fünf Tagen pro Monat an Kopfschmerzen leiden und/oder Schmerzmittel nicht helfen, bieten wir in der Neurologischen Poliklinik des Universitätsspitals Basel eine Kopfschmerzsprechstunde mit individueller Beratung an. Hier erfahren die Betroffenen, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, sowohl für die Akuttherapie als auch für eine allfällig nötige Vorbeugung. Unter Migräne-Vorbeugung verstehen wir Medikamente oder andere Massnahmen (Entspannungstechniken oder Nervenstimulationen, Vermeiden von Auslösern etc.), welche regelmässig eingenommen beziehungsweise angewandt werden sollten, um die Häufigkeit und Stärke der Migräne-Anfälle längerfristig zu reduzieren. Die Vorbeugung ist vor allem bei häufiger Migräne sehr wichtig, um einen Übergebrauch von Schmerzmitteln zu vermeiden. Ein solcher Übergebrauch ist gefährlich, da er im Verlauf zu einer Verschlechterung und dauerhaften Kopfschmerzen führen kann.