Therapie für Frühchen

Rafael kam viel zu früh auf die Welt – Musik hat ihm bei der Entwicklung geholfen

Musiktherapie für Frühchen (ohne Moderation)

Musiktherapie für Frühchen.

Rafael kam mit nur 24 Wochen auf die Welt – viel zu früh. Dank einer Musiktherapie haben er und seine Eltern eine schwierige Zeit überstanden.

Frühchen haben einen schwierigen Start ins Leben – besonders das Risiko eines Hirnschadens ist gross. Es fehlt die Geborgenheit des Mutterleibes, die Entwicklung leidet. Das Universitätsspital Zürich und das Kinderspital bieten zusammen eine Musiktherapie an, die diese Risiken eindämmen sollen. Die zu früh geborenen Babys können nämlich schon sehr gut hören und fühlen – diese Sinne versuchen die Experten bei der Entwicklung zu nutzen.

Eines der ersten Kinder, das von diesem Angebot profitiert hat, ist Raphael, der bald seinen dritten Geburtstag feiert. Mutter Marijana Eletic erzählt in der Sendung checkup von der emotionalen Zeit: «Ich bekam Wehen, ich bekam Wehenhemmer und wurde ins Spital gebracht. Nach ein paar Tagen mussten sie ihn dann mit einem Not-Kaiserschnitt holen.» Das war in der 24. Woche. «Dann kamen wir mit der Neonatologie in eine ganz neue Welt. Man hört zwar, dass es das gibt, aber wenn man selber miterlebt, ist es speziell.»

«Ein lebendiges Brodeln»

101 Tage muss der kleine Rafael auf der Neonatologie bleiben. Immer wieder bangen Ärzte und Eltern um sein Leben. Er hat Atemaussetzer. 

In dieser Phase sind es besonders die Reize von Aussen, die entscheiden, wie gut sich das Hirn entwickeln kann. Im Mutterleib würde der Embryo jetzt den Herzschlag, das Blutrauschen, und Darmgeräusche wahrnehmen. Mit einem Monochord, einem Therapieinstrument, versucht Friederike Haslbeck genau das zu imitieren und damit eine beruhigende Wirkung zu erzielen. Das Instrument lehnt sie an Mutter oder Vater an, die das Kind auf der Brust haben, damit überträgt sich die Schwingung auf die Körper.

Das Instrument macht einen tiefen, vibrierenden Klang. «Ein lebendiges Brodeln, wie wir es im Mutterleib hören würden», erklärt Haslbeck.

In einer Studie hat sich gezeigt, dass sich die Vernetzung im Gehirn gegenüber der Kontrollgruppe verbessert hat. Rafael merkt man heute nicht mehr an, dass er zu früh auf die Welt gekommen ist. Nur etwas ist geblieben: Die Liebe zur Musik – Rafael singt und summt oft und gerne beim Spielen. (kob)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1