Reportage

Unterwegs mit der Baby-Ambulanz – oft zählt jede Minute

Reportage: Unterwegs mit der Baby-Ambulanz – oft zählt jede Minute

In der fahrenden Intensivstation wird Fabio ins Kinderspital Zürich gebracht.

Die Baby-Ambulanz des Kinderspitals Zürich ist das modernste Krankenauto der Schweiz. Es ist speziell auf die Bedürfnisse von kranken Säuglingen ausgerichtet. Tele Züri hat den kleinen Fabio und seinen Kinderarzt begleitet.

Fabio hatte keinen leichten Start ins Leben. Statt von Stofftierli und Mobilés ist der neugeborene Junge von Schläuchen und Geräten umgeben. Fabio hat eine nasse Lunge und deshalb Probleme mit dem Atmen. 

Ein Fall für die Baby-Ambulanz. Diese kann den kleinen Jungen unter möglichst guten Bedingungen vom Spital Männedorf ZH zu den Fachleuten ins Kinderspital Zürich transportieren.

Unter anderem kümmert sich Patrick Haberstich, Oberarzt der Neonatologie am Kinderspital Zürich, auf der Fahrt höchstpersönlich um ihn.

Eine Art fahrende Intensivstation

Seit Sommer 2014 besitzt das Kinderspital Zürich ein spezielles Krankenauto für Säuglingstransporte. Über 200 Mal pro Jahr rücken die Ärzte mit dem Spezial-Auto aus.

Das Herzstück der Baby-Ambulanz ist die sogenannte «Isolette», eine Art fahrende Intensivstation. Sie ermöglicht es, die Säuglinge mit verschiedensten Methoden zu beatmen oder ihren Kreislauf mittels Medikamenten zu unterstützen. Denn oft zählt jede Minute.

Für den Notfall verfügt der Wagen zudem über einen Reanimationstisch samt Wärmelampe, einen gekühlten Medikamentenschrank sowie allerlei Geräte und Überwachungsmonitore.

«Manchmal müssen wir ein Kind sterben lassen»

Fabio übersteht seine Fahrt zum Glück ohne dass ein notfallmässiges Eingreifen der Ärzte an Bord nötig ist. Und noch besser: Nach drei Tagen im Kinderspital kann er endlich nachhause in die Arme seiner Eltern.

Doch nicht immer gehen die Geschichten der kleinen Patienten so gut aus. «Wenn wir sehen, es geht nicht mehr, wenn keine Aussicht auf eine Besserung der Situation besteht, dann schlagen wir halt manchmal auch den anderen Weg ein und lassen das Kind sterben», sagt Patrick Haberstich.

Das sind selbst für einen Oberarzt immer wieder schwierige und traurige Momente. «Das sind Situationen, die ich zuhause mit der Familie bespreche oder in der Natur verarbeite. Das lässt einen sicher nicht kalt.»

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