Hudelwetter
Lieber ein Wetter-Lockdown als ein Corona-Lockdown – 10 Argumente gegen den Regenjammer

Ein langes Wochenende steht vor der Tür, doch das Wetter bleibt garstig. Warum Ihre Stimmung dennoch nicht wie sieben Tage Regenwetter sein muss.

Christian Berzins, Gabriela Jordan, Kari Kälin, Doris Kleck, Sabine Kuster, Sandra Peter, Andrea Weibel
Merken
Drucken
Teilen
Der Grundwasserspiegel steigt und mit ihm die Laune - wenn mans richtig betrachtet.

Der Grundwasserspiegel steigt und mit ihm die Laune - wenn mans richtig betrachtet.

dpa / Keystone

Nachts träumen wir von Grillfesten, langen Wanderungen und dass uns beim Jäten endlich mal wieder die Sonne auf den Pelz scheint. Dann schreckt uns jäh erneutes Regen-Geprassel aus dem Schlaf. So geht das schon seit Tagen. - Denken Sie in etwa so? Dann folgen hier zehn andere Perspektiven.

1. Lieber ein Wetter-Lockdown als ein Corona-Lockdown

Es stimmt schon, dass drinnen das Leben langweiliger ist, das muss uns nach einem Jahr Corona niemand erklären. Aber Regenwetter dauert kein Jahr und lieber ein Regentropfen im Nacken als ein Virus in der Nase.

2. Zugfahren ist jetzt ein Spektakel

Wer mit Starkregen in St. Gallen startet, wird schon in Herisau mit blauem Himmel beschenkt. In Rapperswil ists so dunkel, dass man meint, die Welt gehe unter, und in Arth-Goldau peitscht ein Sturm vom See her ins Städtchen, ehe es beim Blick über den Vierwaldstättersee ein kolossales Dreierlei zu beobachten gibt: da Regen, hier Sonne, dort dicke Wolken. Der Höhepunkt erfolgt über Luzern: ein strahlender Regenbogen. Schade, stellen die SBB nicht Thomas Bucheli als Livekommentator an.

3. Gute Tage für Hobbyfotografen

Wegen der oben schon genannten Gründe. Und für einen instagrammablen Moment lohnt es sich immer, nass zu werden.

4. Gute Tage für heimliche Ingenieure

Machen Sie wie die Kinder das beste aus den flüssigen Umständen. Mit Kesseli und Schüfeli ausgerüstet, werden draussen Stauseen und Flüsse angelegt. Helfen Sie, Gummistiefel gibts auch in Erwachsenengrösse.

5. Joggen ohne Camelbag

Bei Regenwetter dehydriert der Jogger nicht. Und neue Kleider anziehen muss man danach ja sowieso.

6. Unendliches Faulenzen

Während der Garten von der Natur gegossen wird, kann man selber ohne schlechtes Gewissen auf dem Sofa liegen - oder im wohltemperierten Wasser der Badewanne.

7. Schön einsam

Der Wald gehört wieder den Tieren und jenen wenigen, die trotzdem rausgehen. Nie war ein Spaziergang friedlicher.

8. Kulturgenuss

In Galerien und Museen regnets nicht. Und laaange war man coronabedingt nicht dort. Also nichts wie hin.

9. Überraschung programmiert

Ist die Wetterprognose schlecht, freut man sich um so mehr, wenn es doch nicht so schlimm kommt. Umgekehrt ist das ja nie der Fall. Das Ausbleiben des Regens? Wunderbar!

10. Gewappnet für den Sommer

Ausgedehnte Regentage bringen den Grundwasserspiegel wieder zum Steigen. Der Stand des Pegels ist wichtig um für den Sommer gerüstet zu sein. In trockenen Jahren mussten schon Brunnen abgestellt werden und Bauern konnten ihre Kulturen nicht genügen wässern. Jetzt, wo die Pflanzen schon wachsen und das Wasser trinken, wird nur wenig Regen zu Grundwasser - wichtiger sind Niederschläge im Winter. Diesbezüglich wurde letzten Februar ein gutes Reservoir angelegt. André Märki Geologe Grundwasser und Geologie bei der Abteilung Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau sagt:

«Aktuell ist das Grundwasser in einem guten, mittleren Bereich, überhaupt nicht im Maximum.»

Allerdings gibt es regional grosse Unterschiede und oft dauert es lange, bis das Regenwasser tief unten angelangt ist. Mit etwas langfristigerem Denken erfreuen die Regentage durchaus.