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Brutal ausgerottet: Im Aargau lebt der älteste «Inuit Dog» der Welt

Brutal ausgerottet: Im Aargau lebt der älteste «Inuit Dog» der Welt

Besuch bei Tim Socha und seinem besonderen Vierbeiner in Auw.

Tim Socha hat eine Schwäche für die Arktis. Und für eine vom Aussterben bedrohte kanadische Hunderasse. Und so kam es, dass heute in Auw der wohl älteste Kanadische Eskimohund lebt.

«Nutcar Suitok» heisst auf Deutsch so viel wie «Der Aktive». Dieser Name mag auf den ersten Blick nicht so recht passen, doch der Hund ist auch schon hoch betagt: Nutcar Suitok ist 15 Jahre und drei Monate alt.

Aussergewöhnlich ist das, weil der «Inuit Dog» oder Kanadische Eskimohund damit der wohl älteste seiner Art auf der ganzen Welt ist. Warum das so ist, ist eine längere Geschichte. Und die erzählte Tim Socha einem Reporter der Sendung «tierisch» auf Tele M1. Dieser besuchte den gebürtigen US-Amerikaner und seinen besonderen Hund in Auw. 

Socha, beruflich Sänger und Chroleiter und seit den 70ern im Aargau heimisch, liebt Schnee, Eis und Kälte. Noch heute zieht es ihn jedes Jahr im Februar in die Arktis. Dort hat er sie kennen und schätzen gelernt, die Inuit Dogs. 

Uralt und fast ausgerottet

Halbwilde Hunde, die dafür gemacht sind, bei klirrenden Minustemperaturen auf stundenlangen Expeditionen Schlitten zu ziehen und gegen Eisbären zu kämpfen. Doch die uralte Rasse – Schätzungen zufolge gibt es sie bereits seit vielen tausend Jahren – ist vom Aussterben bedroht.

Einerseits sind es die arktischen Ureinwohner selbst, die ihre Lebensweise ändern, andererseits seien sie dazu gezwungen worden, sesshaft zu werden. «In den 50er- und 60er-Jahren sind die Inuit Dogs fast von der kanadischen Polizei ausgerottet worden», sagt Socha. Bis zu 20'000 Inuit-Hunde sollen damals von den sogenannten «Mounties» erschossen worden sein – damit verlor das Urvolk eine wichtige Lebensgrundlage.

Lebenserwartung: unbekannt

Tim Socha setzt sich für die Hunderasse ein. Selbst hat er drei dieser Hunde gehalten, übrig ist nun noch Nutcar Suitok. Und er gilt laut Socha mit seinem stattlichen Alter als der älteste Inuit Dog überhaupt. «Bis jetzt wusste man gar nicht, dass sie überhaupt so alt werden können», so Socha. Denn bei den Inuit seien die Hunde meist in einem Alter von fünf Jahren getötet worden.

Als eine «Bereicherung» empfindet Socha das Zusammensein mit diesen Urhunden. Als Haustier in der Schweiz ist die Rasse aber alles andere als geeignet – sofern man nicht einen Schlitten hat und damit viel Zeit in der Arktis verbringt. Die Hunde haben laut Socha zwar einen ruhigen Charakter, aber eine unbändige Energie. Und statt an den Menschen orientieren sie sich lieber an der Hierarchie in einem Rudel. (smo)

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