«Iss, Basel, iss»

Frank Lorenz ist überzeugt: «Am Rhein, da gibt’s das beste Eis»

Frank Lorenz braucht Abkühlung. Wo also besser hin, als ans Rheinbord?

Down by the riverside, dort wo der Styx den Rhein kreuzt, munkelt man, gäbe es seit Kurzem Eiszeit: «Eis-A»-Zeit. Man munkelt auch, dass hinter dem Eis eine Bar liege, die nur an Freitag- und Samstagnächten ihre Pforten öffne. Und der Code zur Tür, der werde nur unter der Hand weitergegeben.

Wenn Sie jetzt finden, der Lorenz sei doch recht seltsam drauf in diesem Gastrotip, haben Sie nur zum Teil Recht. Zum anderen Teil rezitierte ich gerade den wunderbar verwinkelten Narrativ des «EisA»/»Styx»-Teams um Fabio Gemperli, Tanja Orlando und Kim Bhorania, den Köpfen, Herzen und Hirnen der jüngsten Gelateria unserer Rheinstadt, das «EisA». Das «EisA-Styx-Ufer7»-Eisdiele-Bar-Restaraunt-Triumvirat, einen Steinwurf neben der Mittleren Brücke auf Kleinbasler Seite, ist eine 100%ige Tochter eines der umtriebigen Gastrounternehmers der Stadt: Raphael Wyninger vom Teufelhof.

Vergangenes Wochenende eröffnete auch die Styx-Bar, nach kurzer Schliessung, neu, als erste Speakeasy-Bar der Schweiz. Speakeasy-Kneipen, wörtlich «Flüsterkneipe» oder auch «Mond-scheinbar», wurden während der Alkoholprohibition in den USA illegale Kneipen oder Clubs ge-nannt, in denen insbesondere hochprozentige Getränke und auch Bier illegal ausgeschenkt wur-den. Das Zutritts-Passwort wurde unter der Hand weitergegeben, daher auch die Heimlichtuerei am Anfang dieses Textes. Das Passwort springt einem übrigens auf dem Facebook- und Insta-gram-Account der Styx-Bar in die Augen. Aber eigentlich wollte ich die Gelateria vorstellen, die dem sommerlichen Basel neue ge-schmackliche Höhepunkte schenken wird: Alle Glacés bei «EisA» sind biologisch, teilweise vegan und vor allem sind sie hausgemacht. Es gibt generell vier Kategorien: Die «Classics» (zu 3.70 die Kugel oder 7 Stutz für 2) sind neben herkömmlichen Sorten beispielsweise «Caramel mit Rahmdäfeli», «Espresso mit Espressosplitter» oder «Kokosnuss».

Die «Crazy» sind «Kindertraum», «Ohne Gewissen», eine Matcha-Glacé mit Chia Samen, «Wolke 7», eine Zuckerwatte-Glacé und schliesslich «Heu», das einem wirklich geschmacklich eine Wiese in den Mund packt. Die ver-rückteste der «Crazies» ist die Sorte «Hanf» mit echtem, biologischem CBD. Die dritte Kategorie sind die «Cocktail Glacés», zu 8.70 im 90ml-Becherlein, das manfrau zuerst in der Hand etwas anwärmt, um danach ein veritables Eis am Stiel mit «Schuss» zu schlabbern: Die alkoholhaltigen Köstlichkeiten sind «Smash the Mule», «Mint Julep», «Devil’s Candy», «B’Schwipst» und der «Achil-les Cup».

Höhepunkt und pièce de resistance von EisA ist jedoch die vierte Kategorie, die «Show-Glacés», mit flüssigem Stickstoff (zu 7.70) mit den Kompositionen «Ovomaltine Crunch» und «Gurken Minze Sorbet».

Beim Probieren erfüllte sich dem hier Schreibenden erstmal ein Kindertraum, und zwar nicht nur bei der gleichnamigen Sorte: Nicht nur durfte ich Glacé essen, soviel ich wollte, nein, auch die Geschmäcker waren soetwas von authentisch und neu, dass sie mich in die eigene Kindheit zu-rück katapultierten, wo alles wundervoll schmeckte (ausser Mamis Spinat). Bei den Klassischen stach das Caramel mit den Rahmdäfeli herbstmessreichhaltig hervor und bei den Crazy gefielen die Zuckerwattenglacés und der rahmige Joghurtgeschmack des «Kindertraums» mit den Gum-mibärchen (Tipp: Erst nach längerem Joghurtgenuss im Mund draufbeissen).

Die beiden herrli-chen Kombinationen der Show-Glacés, der «Ovo-Crunch» und das «Gurken-Minz-Sorbet» ver-sprechen weniger als sie halten: Knusprig-klebrig-reich die Ovo, wie man sie halt liebt und erfri-schend neu das Gurken-Minze-Sorbet

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